Ensemble-Konzert im Baumberger-Sandstein-Museum
Beinahe wurde tatsächlich noch getanzt

Havixbeck -

Es war ein regelrechtes musikalisches Familientreffen, das da am Samstag im Baumberger-Sandstein-Museum stattfand.

Montag, 17.03.2014, 17:48 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 16.03.2014, 23:54 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 17.03.2014, 17:48 Uhr

Es war ein regelrechtes musikalisches Familientreffen , das da am Samstag im Baumberger-Sandstein-Museum stattfand. „Die Kinder des Monsieur Sax “ kamen zusammen – dass Adolphe Sax der Erfinder des Saxofons ist, kann man sich ja schon aufgrund der Namensgleichheit denken, aber dass der geniale Belgier auch maßgeblich an der Entwicklung der diversen Tuba-Instrumente beteiligt war, war wohl den wenigsten der zahlreichen Konzertbesucher bekannt.

Das war eine interessante Wahrheit, die Rainer Becker in seiner humorvollen Moderation vermittelte; ebenso gerne hörten die Gäste aber auch seine charmante Dichtung um die Serenade, die Mozart ja eigentlich für Tubaquartett komponieren wollte, die er aber notgedrungen zunächst für Streicher bearbeitete, da die Tuba noch nicht erfunden war. Und noch lieber hörten alle die Musik, die die exzellenten Profis vom Quartett Tubaphonium und die hervorragenden Schüler vom Saxofonquartett Saxonata präsentierten.

Ob Händels „Halleluja“ und „Sarabande mit Variationen“ oder Mozarts „Kleine Tuba Musik“ (zunächst bekannt geworden als „Kleine Nachtmusik“), Tubaphonium bewiesen, dass es großen Spaß macht, altbekannte Klassik im tieftönenden neuartigen Klanggewand zu hören. Besonders schön klang im ersten Teil aber doch das Originalwerk „Wolkenschatten“ von Jan Koetsier, das dem butterweichen und samtigen Klang der Euphonien und Tuben so richtig auf den Leib geschrieben war, da sah man dicke Quellwolken sich langsam auftürmen und in manch heftiger Böe wieder auflösen.

Saxonata ließen ihren wunderbaren Ensembleklang zunächst mit zwei der bedeutendsten Originalwerke für Saxofonquartett hören: Singelées „Premier Quatuor“ und Francaix‘ „Petit Quatuor“, dessen „Gaguenardise“ mit großer Präzision und enormer Spielfreude überragte.

Nach der Pause ging es um einiges poppig-fetziger ab, herausgehoben seien zwei Werke: In „Dances“ von John Stevens machten die Blechbläser ihrem Namen in spanischer Sprache alle Ehre – denn die Tuba heißt auf spanisch Bombardon und das Euphonium Bombardino; in „Dances“ hatte man den Eindruck, als hörte man Bizets Carmen ihre feurige Seguidilla mit einem Bombardino tanzen. Mit „ America “ aus Bernsteins Welthit „West Side Story“ beschlossen die Saxofonisten den „offiziellen“ Teil des Programms mit wahrhaft atemberaubender Rhythmik.

Natürlich wurden die Musiker nicht ohne Zugabe entlassen, so gab es nach Jean Matitias „Chinese Rag“ noch eine Zusammenführung aller acht „Kinder des Monsieur Sax“ mit dem gemeinsamen Schlusstitel „ Brazil “. Beinahe wurde tatsächlich getanzt, so ging das in die Beine!

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