Einsatz für inklusiven Spielplatz
Barrierefrei gemeinsam erleben

Lüdinghausen -

Anke Austrup und Dennis Sonne machen sich gemeinsam für eine optimale Ausstattung des an der Burg Vischering geplanten inklusiven Spielplatzes stark. Menschen aller Generationen, mit und ohne Handycaps, sollen profitieren. Doch die Denkmalbehörde stellt erhöhte Anforderungen.

Dienstag, 04.05.2021, 17:48 Uhr aktualisiert: 04.05.2021, 17:50 Uhr
Anke Austrup und Dennis Sonne Foto: privat

Was macht einen inklusiven Spielplatz aus? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Christdemokratin Anke Austrup und Dennis Sonne von Bündnis 90/Die Grünen bereits seit geraumer Zeit. „Wir hatten große Erwartungen und Hoffnungen auf den neuen Spielplatz an der Burg Vischering, an dem sich die Stadt Lüdinghausen mit 50 000 Euro beteiligt“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Kommunalpolitiker.

Nach Vorstellung der Planung in der jüngsten Ausschusssitzung wurden die Erwartungen zwar nicht ganz erfüllt, denn nur ein Spielgerät, das für Kinder im Rollstuhl geeignet ist, ist auf dem Gelände vorgesehen. Aber die Freude über einen weiteren attraktiven Spielplatz in Lüdinghausen ist trotzdem groß. Schließlich werden circa 180 000 Euro vom Kreis Coesfeld in die Hand genommen, um eine Attraktion zu schaffen, die denkmalkonform ist.

„Wir haben in der Sitzung deutlich gemacht, dass es uns auf die inklusive Gestaltung des Geländes ankommt. Diese soll Kindern mit und ohne Behinderung ohne Barrieren ermöglichen, sich zu begegnen und miteinander zu spielen“, erläutert Anke Austrup. Das betreffe auch Erwachsene – Eltern wie Großeltern. In Deutschland sei jedoch nur ein Bruchteil der Spielplätze inklusiv ausgerichtet.

Bekannt ist, dass auf dem Gelände der Burg Vischering durch die Obere Denkmalbehörde erhöhte Anforderungen für die Ausgestaltung eines Spielplatzes herrschen. Schon die Zuwegung zur Burg und dem zukünftigen Spielplatzgelände konnte aus diesen Gründen vor wenigen Jahren nur barrierearm gestaltet werden. Trotzdem haben Austrup und Sonne sich ausdrücklich dafür ausgesprochen, die von ihnen vorgebrachten Anregungen in die noch nicht endgültigen Planungen des Kreises Coesfeld mit einzubeziehen.

„Häufig wird barrierefrei als rollstuhlgerecht interpretiert und umgesetzt – und zwar unabhängig davon, ob es im Einzugsbereich eine relevante Zahl an Rollstuhlfahrern gibt“, betont Sonne in der Erklärung. Nach seinem Verständnis bedeutet Inklusion, dass jeder Mensch dabei sein und nach seinen eigenen Fähig- und Fertigkeiten mitmachen kann.

Gerade die Struktur des ehemaligen Burggartens mit Kräutern und verschiedenen Stauden kommt seiner Meinung nach dem Konzept eines inklusiven Spielplatzes entgegen. Ein wichtiger Aspekt sind für Austrup und Sonne Spielangebote, die unterschiedliche Sinne und Fähigkeiten ansprechen und so vielschichtige Herausforderungen bieten. Spielplätze sprechen idealerweise alle Sinne an, betonen sie: Pflanzen für Optik, Haptik und den Geruchssinn, der Einsatz verschiedener Materialien ermöglicht unterschiedliche taktile sowie optische Erlebnisse. Angebote, mit denen Geräusche erzeugt werden können, bringen die akustische Welt mit ein. Je abwechslungsreicher die Auswahl, desto mehr bindet sie alle Kinder ein. Ein Kind mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung kann ein Spielangebot eventuell teilweise nutzen oder auf andere ausweichen, die seinen Fähigkeiten entsprechen, heißt es abschließend.

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