Schule und Betrieb
Begabungen entdecken und fördern

GReven -

Die Tinte war noch nicht ganz trocken, da begannen die frisch gebackenen Kooperationspartner bereits mit den konkreten Planungen: Die „Hermann Biederlack GmbH & Co. KG“ und die Marienhauptschule wollen enger zusammenarbeiten und so Hauptschülern neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnen.

Montag, 17.03.2014, 17:05 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 17.03.2014, 17:05 Uhr

Da musste den Pädagogen am Tisch eigentlich das Herz hüpfen: Biederlack bot Hauptschülern schon immer eine Chance – und will künftig noch offener sein. Mehr noch: Das Unternehmen bekommt nur wenige Bewerbungen von geeigneten Kandidaten für die jährlich sieben bis zehn Ausbildungsplätze. Was laut Wolfgang Schlattmann , im Unternehmen für das Personal zuständig, vor allem am mangelnden Bekanntheitsgrad der Berufe liegt. Wenn das keine Einladung für Hauptschüler ist.

Und an solchen Einladungen, das weiß Hauptschulleiter Michael Cox nur zu gut, mangelt es oft. Nur 20 Prozent der Absolventen bekommen nach der Klasse zehn einen Ausbildungsvertrag. „Jeder von denen kann etwas, aber viele bekommen viel zu selten die Chance, das zu zeigen.“ Insofern sei er hoch erfreut, dass die Hauptschule und Biederlack nun eine Kooperationsvereinbarung schlossen, die eben das ändern soll. Die Kontakte herstellen und vertiefen soll, die Vorurteile abbauen und Vertrauen schaffen soll. Und im besten Fall beiden Seiten Vorteile bietet.

Konkret sieht die Kooperation über das bisher schon mögliche dreiwöchige Praktikum nun auch ein- bis dreitägige Schnupperpraktika sowie Betriebsbesichtigungen (für Schüler und Lehrer) vor. Zudem soll es ein gemeinsames Bewerbungstraining geben, bei dem der Personalchef den Schülern aus der Praxis berichtet, wie ein Anschreiben auszusehen und wie man sich im Gespräch präsentieren sollte – und wie besser nicht. Weiterhin sind praxisnahe Projekte vorgesehen, bei denen betriebliches Wissen – etwa zum Weben und Färben – in die Schule getragen werden soll. Das Hauptschulfach „Textiles Gestalten“ bietet sich dafür an.

Biederlack-Geschäftsleiter Dr. Michael Ottenjann betonte, dass die Kooperation „nicht nur unterzeichnet, sondern auch gelebt werden soll“. Jeder Schüler habe eine Begabung, diese gelte es zu entdecken und zu fördern. Er sei überzeugt, das viel Potenzial brach liege. Im Übrigen sei ein gutes Zeugnis weniger wichtig als echtes Interesse am Beruf und am Betrieb. Wer motiviert und leistungsbereit sei, dem biete die Branche „sehr gute Aussichten“. Biederlack sei bemüht, die Auszubildenden nach Möglichkeit auch zu übernehmen. Betriebsratsvorsitzender Martin Pielage bestätigte, dass manche Ex-Azubis jahrzehntelang im Betrieb blieben und sich dort hocharbeiten. Biederlack bildet unter anderem Elektroniker für Betriebstechnik, Industriemechaniker, Lagerlogistiker sowie Maschinen- und Anlagenführer aus.

Die Kooperation wurde im Rahmen des IHK-Projektes „Partnerschaft Schule Betrieb“ geschlossen. „Ziel ist es, Schülern die Arbeitswelt zu zeigen wie sie ist – mit ihren Möglichkeiten und Anforderungen“, so IHK-Projektleiter Johannes Wunsch.

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