Lenné-Plan soll mit Rasenmähern in LWL-Anlagen gezeichnet werden
Kunstwerk für den Augenblick

Lengerich -

Es wird ein „Kunstwerk für den Augenblick“. Der Natur überlassen wächst es wieder zu, verschwindet im Gras, hinterlässt keine sichtbaren Spuren. Trotzdem wird es etwas Bleibendes haben in den Köpfen der Menschen. Davon ist nicht nur der Künstler Ralf Witthaus überzeugt, sondern auch der Stadtmarketingverein „Offensive“. Gemeinsam soll in der Parkanlage der LWL-Klinik ein „Raumbild“ geschaffen werden – mit Rasenmähern.

Mittwoch, 19.03.2014, 08:20 Uhr

Verschiedene Kunstwerke gibt es dort zu sehen. Doch sie alle sind nicht so vergänglich wie das, was Ralf Witthaus schaffen will: die „Vision Weltkulturerbe Lengerich “. Er möchte zeigen, was der berühmte Landschaftsarchitekt Peter Joseph Lenné 1863 für den Park der damaligen Westfälischen Heil- und Pflegeanstalt geplant hatte. Die nach Lennés Angaben gefertigte Zeichnung will er mit Rasenmähern in den Park „malen“.

Zwei Kulturlandschaften des Architekten – in Berlin-Potsdam und in Brühl – stehen unter dem Schutz der Unesco als Weltkulturerbe. Wäre die Anlage damals in Lengerich komplett gebaut worden und in ihrer Pracht erhalten – wäre sie dann auch ein Weltkulturerbe? Eine Vision, die Gestalt annehmen soll.

Vorsitzender Wilhelm Möhrke, Schatzmeister Max Mews sowie weitere Offensive-Mitglieder erläuterten am Montagabend das Vorhaben. Es sei „eine spannende Herausforderung im Jahr des Jubiläums“, freute sich Möhrke. Die LWL-Klinik wird 150 Jahre alt. Finanziell sei alles „in trockenen Tüchern“, zeigte sich Mews sehr zufrieden. Sponsorengelder und Fördermittel ermöglichen das rund 30 000 Euro teure Projekt.

Ab dem 27. Mai zeichnet Ralf Witthaus die Planung von Lenné in die Landschaft. „Wir arbeiten zentimetergenau die Struktur heraus“, schildert Ralf Witthaus. Das „Wir“ besteht aus dem Künstler und ehrenamtlichen Helfern. Schließlich sind rund 1600 Mann-Stunden zu leisten. Mit Maßbändern, Zollstöcken und Winkeln wird die genaue Position jedes Weges erarbeitet. Mit Motorsensen werden die Wegkanten gezeichnet und dann die Wege gemäht.

Jeder, der an dem Weltkulturerbe auf Zeit mitwirken möchte, ist willkommen – sei es für ein paar Stunden, Tage oder Wochen. Bis zum 20. Juni soll das Kunstwerk fertig sein. Diese „künstlerische Großbaustelle“ biete körperliche, geistige und kommunaktive Möglichkeiten. Denn auch der Schaffensprozess an sich sei ein Kunstwerk, betont Witthaus.

Die Arbeitskleidung, die er trägt, ist auch für Helfer Pflicht: schwarzer Anzug und weißes Hemd. „Es ist etwas anderes, wenn man so arbeitet, wie man feiert“, ist der Künstler überzeugt. Wie eine Feier soll der Schaffensprozess auch sein. „Ich sehe darin so etwas wie eine Hochzeit. Es gibt ein großes Fest, das Geld kostet“, schildert Max Mews. Was bleibt, sind die nachhaltigen Erinnerungen.

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Ehrenamtliche Helfer können sich melden bei Reinhard Vogel, ✆  0152/041 65 417, oder per E-Mail www.weltkulturerbe@offensive-lengerich.de

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