Catasia-Streichquartett beendet Reihe der Kulturring-Konzerte
Saison kling klassisch aus

Ochtrup -

Mit klassischen Werken von Mozart und Haydn klang jetzt die Saison der Kulturring-Konzerte aus. Das Catasia-Streichquartett sorgte in der Villa Winkel für einen gelungenen Schlusspunkt.

Montag, 17.03.2014, 21:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 17.03.2014, 21:00 Uhr

Streng klassisch mit Werken von Mozart und Haydn beendete das Catasia-Streichquartett in der Villa Winkel jetzt die Konzertsaison des Kulturrings. Krankheitsbedingt musste das Ensemble bei Viola und Violoncello umdisponieren. Aber das war kein Manko: Die „Ersatzspieler“ wirkten voll integriert. Und das Quartett überzeugte mit Teamarbeit, bei der alle gleichberechtigt mit stärkstem Ausdruck hohe Kunst präsentierten.

Angelo Bard (Violine), Clemens Ratajczak (Violine), Max Schmiz (Viola) und Florian Hoheisel (Violoncello) starteten mit Mozarts Divertimento D-Dur KV 136, dessen letzter Satz als Erkennungsmelodie des WDR  3- Klassik-Forums relativ bekannt ist. Eine reizvolle Spielmusik, italienische Leichtigkeit atmend. Die vier Musiker verstanden es, das musikalische Kleinod in den schnellen Ecksätzen vierstimmig auszutarieren und den Andante-Mittelsatz in einer wunderbar schwingend schreitenden Ruhe wiederzugeben.

Profan ist die Erklärung des Titels von Haydns „Sonnenquartetten“: Auf das Titelblatt eines Nachdrucks hatte jemand eine Sonne gemalt. Viel wichtiger: Diese sechs Stücke des op.20 begründeten Haydns Ruhm und sind Meilensteine der Quartettliteratur. Zu hören war das dritte Quartett in g-moll, in dem Haydn sich sehr experimentierfreudig erweist, was Spieltechniken und Themengestaltung betrifft. Vieles läuft gegen den gewohnten Strich: abrupte Pausen, unterschiedliche kurze Motive, aus fünf oder sieben (statt der klassischen vier und acht) Takten bestehende Themen. Mit spielerischer Leichtigkeit umschifften die „Catasias“ die Klippen der Partitur, kehrten durchaus das Schroffe, manchmal Grantige, die versteckte Ironie Haydns heraus, gaben aber auch im Poco Adagio des dritten Satzes der heiteren, beschwingten Seite Raum.

Der junge Mozart sog die revolutionären Stilneuerungen der Haydnschen Kompositionen begierig auf. 1785 widmete Mozart eine Serie von sechs Streichquartetten seinem „teuersten Freund“ Joseph Haydn. Am bekanntesten dürfte das letzte aus dieser Gruppe sein, das „Dissonanzen-Quartett“ in C-Dur KV 465. Der heutige Hörer empfindet das, was Mozart so erregte, schon längst nicht mehr als unerhört kühnen Verstoß gegen alle Regeln des harmonischen Anstandes. Dennoch: Das Catasia-Ensemble ließ erahnen, wie provokant und schrill die Adagio-Einleitung in den Ohren der Zeitgenossen geklungen haben mag. Aber es holte auch mit verhaltener Tongebung und kraftvollem Zugriff Mozarts Ideenreichtum in die Gegenwart. Herrlich die gesanglichen Momente des Andante cantabile und das dynamisch vorwärts stürmende Finale. Als „Abspann“ gab es noch einmal den dritten Satz des Eingangs-Divertimentos.

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