Gitarren-Duo Judith und Volker Niehusmann im Bagno
Mit Gitarren und Lauten

Burgsteinfurt -

„Mit Lauten und Gitarren“ sind das Duo Judith und Volker Niehusmann in den Burgsteinfurter Konzertsaal im Bagno eingezogen. Dabei haben sie nicht in allen Teilen des Konzerts die Erwartungen erfüllt.

Montag, 17.03.2014, 17:23 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 16.03.2014, 21:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 17.03.2014, 17:23 Uhr

Eigentlich ist die Laute oder die Gitarre ein Instrument, das mit der Konzertgalerie logischerweise harmonieren müsste. Von daher war auch die Freude des „Niehusmann Gitarren Duos“ nachvollziehbar, erneut als saitenstarkes Duo im Bagno aufzutreten. Das Motto „Mit Lauten und Gitarren“ steckte eine gewisse Erwartungshaltung ab. Leider konnte die von der Programmfolge und der Art der gewählten Instrumente am Samstagabend nicht ganz erfüllt werden.

Die, wenn auch nur leicht transkribierte, g-moll Sonate RV 85 von Antonio Vivaldi war ein angenehm leuchtender Edelstein in der Mitte des ersten Teils. Die wirkte etwas eingeengt zwischen einer eher deftigen, beinahe westfälisch daherkommenden „Partita Polonoise“ von Georg Philipp Telemann und einem gefälligen Duetto in c-moll des weniger bekannten Bernhard Joachim Hagen , das aber kompositorisch vor allem nur im zweiten Satz aufhorchen ließ.

Auch die von Judith und Volker Niehusmann gespielten Lauten erfüllten nicht alle an diese Instrumentenart gestellten, eher historischen Anforderungen. Trotzdem war die Wahl der Lauten eine richtige Entscheidung für Werke aus dem 18. Jahrhundert.

Nicht immer im absoluten Gleichklang bewältigen die Musiker die unterschiedlichen Anforderungen der Kompositionen mit spieltechnischer Fertigkeit und nahezu durchgehender Musikalität. Schon die Wahl von Konzertgitarren für den zweiten Programmteil markierte ein gewisses Bemühen, das Saiteninstrument aus einem zu großen barocken Schatten herauszuführen. Bei Fernando Carullis Serenade für zwei Gitarren gelang das kompositorisch eher mit folkloristischen Anklängen. Eine in doppelten Sinne lautmalerisches Largo aus den von Volker Niehusmann komponierten Tableux Francaises zeigte das interessante Potenzial zeitgenössischer Kompositionen, die weniger auf die iberische Halbinsel oder nach Argentinien schielen.

Wenn auch melodieverliebt komponiert, so konnte Morricones Filmmusik-Suite „Nuovo Cinema Paradiso“ nicht immer die Balance zwischen ambitioniertem Anspruch und „klassischer Gebrauchsmusik“ halten. Nicht zuletzt ein überraschender „Tango d’abril“ als Zugabe ließ die Hoffnung wachsen, die beiden bemerkenswerten Musiker mit einem in sich stimmigeren Programm im Steinfurter Bagno erneut begrüßen zu können.

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