Neue Meldepflicht
Impfen ist gut, Kontrolle ist besser

Kreis Steinfurt -

Mit Keuchhusten, Windpocken, Röteln und Mumps sind vier Infektionskrankheiten seit einem Jahr neu meldepflichtig geworden. Alleine im Kreis Steinfurt sind seitdem bei Keuchhusten und Windpocken jeweils über 100 Fälle registriert worden. Über die Meldepflicht versprechen sich die Experten vor allem eine Kontrolle des Impferfolgs.

Montag, 17.03.2014, 16:24 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 17.03.2014, 16:24 Uhr

Am 29. März sind die Infektionskrankheiten Keuchhusten , Mumps, Röteln und Windpocken seit genau einem Jahr bundesweit meldepflichtig. Beim Kreisgesundheitsamt Steinfurt sind seitdem 132 Verdachtsfälle auf Keuchhusten gemeldet worden, 54 alleine schon in diesem Jahr. Und, so Amtsarzt Dr. Detlef Schmeer , alle Verdachte hätte sich bewahrheitet. Gleiches gelte für 100 Fälle von Windpocken. Mumps dagegen sei nur drei Mal gemeldet worden, Röteln überhaupt nicht.

Bei Verdacht auf eine Infektion meldet der behandelnde Arzt den Namen seines Patienten dem Kreisgesundheitsamt, außerdem eine Reihe von Informationen: Seit wann hat er Beschwerden? Arbeitet der Patient in einer Kita oder Lebensmittelbetrieb? Hat er sich im Ausland aufgehalten? Das Gesundheitsamt, so Schmeer, trete jedoch in jedem Fall persönlich mit den Erkrankten in Kontakt. Vor allem wolle sein Amt wissen: War der Patient geimpft oder nicht? Diese Frage gehöre nicht zum ärztlichen Fragenkatalog und sei doch die Wichtigste. Denn der Hauptgrund für die Einführung der neuen Meldepflichten , so Schmeer, sei die Kontrolle des Impferfolgs.

Beim Keuchhusten, das könne man jetzt schon sagen, sei der Impferfolg „nicht so doll“. Das habe die Medizin schon bislang vermutet, die Erkenntnis werde aber durch die Meldepflichtzahlen unterfüttert. Eine Nachimpfung nach einer gewissen Zeit sei also angezeigt.

Die hohe Zahl der Keuchhusten-Fälle habe ihn schon etwas überrascht, meint Schmeer, die 100 Windpocken-Fälle dagegen weniger. Windpocken seien, anders als Röteln, leicht erkennbar und sehr ansteckend.

Weil mit jedem Infizierten ein persönliches Gespräch von rund 15 Minuten Dauer geführt wird, steigt natürlich die Arbeitsbelastung des Gesundheitsamtes. Schmeer hält die „neue“ Meldepflicht aber für sinnvoll. Neben der Impf-Kontrolle seien auch andere wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, etwa über die Ausbreitungswege. Am liebsten hätte er gesehen, dass auch die Borreliose meldepflichtig geworden wäre. Das ist sie zwar in einigen Bundesländern ( NRW gehört nicht dazu), aber eben nicht bundesweit. Gerade bei der Borreliose gebe es immer wieder Fragen nach der Ausbreitung, die sein Amt leider nicht beantworten könne.

In den wöchentlichen Infektionsberichten des Landeszentrums Gesundheit NRW werden die neuen meldepflichtigen Krankheiten erst im Laufe des zweiten Quartals 2014 veröffentlicht.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2328989?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F947718%2F947758%2F
Das perfekte Dinner: Nachtisch-Fluch mit Happy End
V.l.: Filippi, Eduardo „Eddi“, Hanni, Gastgeberin Eva und Claus
Nachrichten-Ticker