Mieter-Interessengemeinschaft informiert
Viele Mieter dürfen weiter selbst räumen

Ahlen -

Die Wohnungsgesellschaft „Vivawest“ hat ihren Mietern vor einigen Monaten bereits per Post angekündigt, dass sie den Winterdienst von nun an selbst übernimmt. Für die Mieter bedeutet das eine Entlastung von der Schneeräumpflicht, aber auch eine Belastung auf der Nebenkostenabrechnung.

Dienstag, 18.03.2014, 17:44 Uhr

Im November bekamen die Mieter in Mehrfamilienhäusern des Wohnungsbauunternehmens „ Vivawest “ von ihrem Vermieter Post, in der sie darauf hingewiesen wurden, dass „Vivawest“ von nun an selbst die Durchführung des Winterdienstes bei Schnee und Glatteis übernommen hat. Das entlastet zwar die Mieter vom Schneeräumen, belastet aber im Gegenzug ihre Ne­benkostenabrechnungen.

Auch die Mieter-Interessengemeinschaft Glückauf (MIG) hat der Schritt der „Vivawest“ vollkommen überrascht, obwohl zwischen beiden Institutionen vor Ort eine gute und regelmäßige Kommunikation besteht. So hat sich der Vorstand der MIG zeitnah nach Eingang des Ankündigungsschreibens mit den örtlichen Kundencentern der Wohnungsgesellschaft in Hamm und Ahlen in Verbindung gesetzt.

Den Mietern werden zukünftig pro zu räumenden laufenden Meter an Werktagen 18 Cent und an Sonntagen 25 Cent berechnet. „Der genaue Kostenaufwand, der in der Nebenkostenabrechnung aufgeführt wird, ist nicht ersehbar“, deutete Lothar Rolf am Dienstag bei einem Pressegespräch an, dass die Kosten nicht einschätzbar sind.

Die MIG will die Mieter deswegen jetzt darüber aufklären, dass sie den Winterdienst nicht in Anspruch nehmen müssen, wenn sie diesen weiterhin lieber selbst ausführen wollen. Zumindest gelte das für Altverträge.

Zurzeit gibt es drei verschiedene Mietvertragsvarianten bei der „Vivawest“. Die neueren Verträge, die die MIG vom Zeitpunkt nicht näher definieren konnte, haben bereits einen Passus, der eine einseitige Änderungsmöglichkeit von Seiten der „Vivawest“ möglich macht.

Die MIG empfiehlt den Mietern deswegen, ihre Verträge zu prüfen. Sollte eine einseitige Änderungsmöglichkeit nicht vorgesehen sein, kann der Mieter gegen den Einsatz des Winterdienstes durch die „Vivawest“ Widerspruch einlegen.

Mitglieder der MIG können sich an die Interessengemeinschaft wenden, um ihre Mietverträge auf den Passus prüfen zu lassen. „Viele Mieter wissen gar nicht, dass sie Widerspruch einlegen können“, stellte Bruno Kolekta fest.

Das gute Verhältnis zu den örtlichen „Vivawest“-Kundencentern will die MIG aber dadurch nicht gestört wissen. Vielmehr betrachtet sie die Maßnahme der Wohnungsgesellschaft als einen Vorgang, der in der Konzernzentrale entstanden sei und durch sie umgesetzt werde.

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