Gründung des Albersloher Sportvereins mit einigen Hindernissen
Bis 1973 wurde in der Sandwüste gekickt

Albersloh -

In den 1950er Jahren wurde die DJK Grün-Weiß Albersloh neu gegründet. Damals kam Pfarrer Franz Hüls neu ins Dorf, der sich für Sport interessierte. Eine erste Versammlung von Sportlern fand im Sommer 1954 im Saal Fels-Junker statt, die Gründung im Februar 1955. Gekickt wurde in der Hohen Ward.

Mittwoch, 05.05.2021, 06:03 Uhr aktualisiert: 05.05.2021, 06:10 Uhr
1955 wurde das erste Spiel der „neuen“ DJK Grün-Weiß Albersloh in der Hohen Ward angepfiffen. Foto: GWA

Den Sportverein DJK Grün-Weiß Albersloh kennt heute nahezu jeder im Dorf. Weniger bekannt dürfte vielen sein, wie denn ein Teil der durchaus wechselvollen Geschichte des Sportvereins verlaufen ist. Für die Festschrift zum Dorfjubiläum vor 25 Jahren hat der damalige Vorsitzende Gerd Wulfekotte ein wenig in der Historie des Vereins gekramt, den es bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gab, der aber wie alle DJK-Vereine von den Nazis verboten wurde.

„Westfalia“ scheiterte wegen Schulden

Nach dem Krieg wollten interessierte Sportler die DJK im Dorf neu gründen, aber niemand wollte die treibende Kraft sein. So taten sich einige Männer zusammen, die einen anderen Sportverein namens „Westfalia“ aus der Taufe hoben, der aber Schulden beim Verband machte und aufgelöst werden musste.

Im Jahr 1954 kam Pfarrer Franz Hüls ins Dorf, und der interessierte sich für Sport. Und so wurde der Geistliche von Heinrich Kröger und Karl Hantke gebeten, interessiere Sportler bei der Neugründung eines Vereins zu unterstützen. Hüls setzte auf die „Wiederbelebung“ der DJK – und so kam es dann auch.

Tischtennistraining in der Gaststätte

Eine erste Versammlung von Sportlern fand im Sommer 1954 im Saal Fels-Junker statt. Am 24. Oktober wurde dann unter Leitung von Präses Franz Hüls die Gründungsversammlung durchgeführt. Die Verantwortung übernahmen Hans Stoffers und Wilhelm Tombrink, die in der ersten ordnungsgemäßen Mitgliederversammlung im Februar 1955 zum ersten und zweiten Vorsitzenden gewählt wurden. Zum Vereinslokal wurde die Gaststätte August Kordt erklärt, in deren Saal übrigens etwas später die Tischtennisspieler trainierten. Die 80 Versammlungsteilnehmer wählten zudem Hans Schiffers zum Geschäftsführer und Karl Wellenbrock zum Kassierer.

Fußballplatz war völlig verwahrlost

Die Sportler hatten allerdings ein Problem: Der Platz in der Hohen Ward war während der vereinslosen Zeit völlig verwahrlost, schreibt Wulfekotte. Das Gelände glich mehr einer Sandwüste. Dennoch ließen sich vor allem Jugendliche und junge Männer nicht davon abhalten, dort zu kicken.

Die Aufnahme in den Fußballverband Westfalen bereitete zunächst Probleme, denn die noch junge Albersloher DJK sollte einen Teil der Schulden, die „Westfalia“ gemacht hatte, abtragen – immerhin 1000 Mark, die der neue Verein nicht hatte. Nach einigem Hin und Her lenkte der Verband ein, und die DJK Grün-Weiß Albersloh startete im Sommer 1955 in den Spielbetrieb. In diesem Jahr waren die Turn- und die Tischtennisabteilung noch im Aufbau.

Beim Fußball ging es zügiger bergauf. 1959 hatte der Verein zwei Seniorenmannschaften. Die „Erste“ stieg in die 2. Kreisklasse auf. 1961wurde auch ein Altherrenteam gegründet, deren Obmann war Ernst Nordhoff. Und so „tagte“ man in der Gaststätte „Zum Vatti“.

Sportgelände an der Adolfshöhe wird in Angriff genommen

Im Jahr 1964 zählte der Verein gut 100 Mitglieder. Die Platz-Situation hatte sich bis dahin aber kaum verbessert. Zwar brachte der damalige Bürgermeister Ewald Rüschenschmidt in der Mitgliederversammlung zum ersten Mal ein neues Sportgelände ins Gespräch, was von Präses Franz Hüls ausdrücklich unterstützt wurde. Doch es sollte noch zehn Jahre dauern, bis die Sportanlage an der Adolfshöhe nach einem ersten Fehlversuch feierlich in Betrieb genommen werden konnte.

Ein kleines Geschenk gab es für die Fußballer auch: Die Vertreter des Amtes Wolbeck und der Gemeinde stifteten einen nenen Ball . . .

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