Titus Dittmann spricht über seinen Lebensweg
Lebenslehrer macht Schülern Mut

Warendorf -

Nein, es geht nicht nur um einen Sport. Skateboarden – das ist das Lebensgefühl, das Titus Dittmann verkörpert. Bis heute. 65 Jahre alt ist der von Medien gerne als Skaterpapst titulierte Dittmann – was er selbst übrigens gar nicht gerne hört. Waghalsige Tricks mit dem Board macht er heute nicht mehr. Dafür steht er immer öfter vor Schülern und Studenten und ist wieder bei seinen Anfängen angekommen.

Montag, 10.03.2014, 17:57 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 10.03.2014, 17:57 Uhr

Der studierte Gymnasiallehrer bezeichnet sich selbst als „Lebenslehrer“. Auch am Montagmittag im Mariengymnasium ist er das. Als Auftaktveranstaltung zu den Berufsinformationstagen (BIT) hält er vor rund 150 Schülern der drei Warendorfer Gymnasien einen Vortrag zum Thema „Mut ist, wenn man es trotzdem macht“.

Seine Entscheidung, die Schule hinter sich zu lassen und sich voll und ganz dem Skateboarden zu widmen – das kann man im Nachhinein einfach sagen – war goldrichtig. Schließlich entwickelte sich aus dem exklusiven Kleinunternehmen „ Titus “ eine Marke. Dittmann wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet und hat eine Stiftung gegründet.

Dittmann selbst scheint so ein Mensch zu sein, dem alles gelingt. Als die ersten Snowboard-Weltmeisterschaften in den USA stattfanden, ist er mit einem Freund hingefahren. Zwei Startplätze gab es für jede Nationalmannschaft. „Wir sind die deutsche Nationalmannschaft“, ließen Titus Dittmann und sein Freund die Organisatoren wissen – und starteten.

Hingefallen ist er im Leben, so wirkt es von außen, nicht. Für den Fall, dass es einmal nicht so glatt läuft, demonstriert den Schülern anhand eines Skater-Videos, was dann zu tun ist: „Wenn man hingefallen ist, muss man den Schmerz wegdrücken und wieder aufstehen.“ Mut darf nicht mit Leichtsinn verwechselt werden. Dittmann ist es wichtig, das zu vermitteln: „Was man liebt und wofür man brennt, das muss man auch gegen den Druck von außen durchsetzen.“ Und betont: „Trotzdem muss man die Verantwortung dafür tragen.“ Das lädt zunächst zum Träumen ein. Dabei sind es auch kluge, rationale Entscheidungen, die Dittmann so weit gebracht haben. Ganz weit vorne steht da die Erkenntnis, dass es ohne das „Establishment“ nicht geht. Über den eigenen Schatten zu springen, war gar nicht so leicht. Dittmann selbst nennt die Ablehnung gegen die Elite „Pseudo-Revolution“.

Heute ist er dem Establishment wohl nah, das Lebensgefühl Skateboarden ist geblieben. Die kindliche Neugier und Freude hat sich der 65-Jährige erhalten. Ebenso wie das Thema Bildung. Auch wenn er einen ungewöhnlichen Lebensweg gegangen ist, seiner Entscheidung Lehrer zu werden, Bildung zu transportieren und mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, ist er doch treu geblieben.

Dass das Leben nicht immer geradeaus laufen muss, dafür steht Titus Dittmann. „Die Phase nach dem Schulabschluss ist die entscheidendste im Leben“, sagt Dr. Thomas Dorsel vom Lions Club, der mit dem Rotary Club die BIT veranstaltet. Vor dieser Entscheidung stehen die Oberstufenschüler. Dittman: „Die Jugendlichen wissen in der Regel nicht was sie wollen – nur was sie nicht wollen.“ Die BIT sollen da eine Hilfe sein. Dittmann regt zum Querdenken an. Ratschläge von Eltern „sind alle gut gemeint, aber die Entscheidung muss man selber treffen.“

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