Schlussbilanz des Katholikentags
90.000 Teilnehmer in Münster: Großes Ringen um Einheit

Münster -

Mit großartigen optischen Eindrücken und Appellen für Frieden in der Welt und Einheit in der Kirche ist der 101. Katholikentag in Münster zu Ende gegangen. Zu dem fünftägigen Laientreffen kamen rund zahlende 90.000 Besucher.

Sonntag, 13.05.2018, 17:50 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 13.05.2018, 17:04 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 13.05.2018, 17:50 Uhr
Ein prächtiger Schlussakkord: 30.000 Gläubige füllten beim Abschlussgottesdienst des 101. Katholikentages den Schlossplatz in Münster. Foto: Gunnar A. Pier

Riesiger Menschenandrang in Münster: Allein an dem festlichen, musikalisch aufwendig gestalteten Abschlussgottesdienst auf dem Schlossplatz nahmen am Sonntagvormittag rund 30.000 Gläubige teil. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), appellierte in seiner Schlussbotschaft an die große Festgemeinde: „Lasst uns alle Boten des Friedens von Münster sein. Vielen Dank – und kommt gut heim.“

Zuvor hatte Sternberg zum Dialog der Religionen aufgerufen. Richtig gelebte Religionen seien nicht Ursache von Krieg, sondern „Motor des Friedens“. Sternberg warnte zugleich vor einem zunehmenden Egoismus in der Gesellschaft. Dringend nötig sei nicht das „Ich zuerst“, sondern die Rücksicht auf den anderen. Er bemängelte unter dem Applaus der Gläubigen zugleich, dass Frauen in Leitung und Ämtern der katholischen Kirche nicht ausreichend zur Geltung kämen: „Das kann so nicht bleiben!“

Abschlussgottesdienst mit Kardinal Reinhard Marx

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    Rund 30.000 Besucher waren zum Abschlussgottesdienst des 101. Katholikentags auf den münsterischen Schlossplatz gekommen.

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  • Reinhard Kardinal Marx war der Hauptzelebrant.

    Foto: Oliver Werner
  • Marx fand sehr deutliche Worte.

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  • Der Schlossplatz war gefüllt - die Sonne schien auf die Gläubigen.

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  • Das Tanztheater Münster gestaltete den Gottesdienst mit.

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  • Reinhard Kardinal Marx

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  • Reinhard Kardinal Marx beim Auszug. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Reinhard Kardinal Marx

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  • Rund 30.000 Besucher waren zum Abschlussgottesdienst des 101. Katholikentags auf den münsterischen Schlossplatz gekommen.

    Foto: Oliver Werner
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  • Rund 30.000 Besucher waren zum Abschlussgottesdienst des 101. Katholikentags auf den münsterischen Schlossplatz gekommen.

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  • Wie an allen Katholikentags-Tagen galten Sicherheitsregeln, die aber nie aufdringlich wirkten.

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  • Foto: Oliver Werner
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Appell für mehr Einheit

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte die Menschen auf dem Schlossplatz in Münster zuvor in seiner frei gehaltenen Predigt stimmgewaltig ermuntert, „Instrumente des Friedens“ in einer zerrissenen Welt zu sein. Zugleich sparte er nicht mit Selbstkritik. Auch in der katholischen Kirche wolle man sich darum bemühen, „dass wir eins sind, auch wir Bischöfe“, sagte der Westfale Marx, der Erzbischof von München und Freising ist. Die Frage, ob protestantische Ehepartner im pastoralen Einzelfall zur Kommunion zugelassen werden sollen, hatte unter den katholischen Bischöfen für Streit gesorgt.

Die Schlussbilanz des 101. Katholikentages führt fast 90.000 Teilnehmer an. Zu den 53.000 Dauerkarten kamen etwa 35.000 verkaufte Tageskarten hinzu.

Katholikentag 2018 - Tag 5

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    Am letzten Tag sah man einigen Besuchern die Erschöpfung an. Aber auch Veranstalter Thomas Sternberg sagte am Samstagabend bei der Strehlenfete im Gespräch mit unserer Zeitung, dass er noch drei Tage Katholikentag nicht mehr packen würde.

    Foto: Karin Völker
  • Enormer Andrang herrschte am Sonntag noch einmal vor dem Schloss.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 30.000 Teilnehmer beim Schlussgottesdienst: Nach fünf intensiven Tagen sprach Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, das Schlusswort bei Sonnenschein.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sein Fazit: "Ja, Münster, kann Katholikentag!".  Auch eine offizielle Zwischenbilanz des Katholikentags am Freitag war bereits positiv ausgefallen. In seiner Rede sprach Sternberg auch das Thema Ökumene an. Lesen Sie hier die Rede im Wortlaut.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch am Sonntag galten bestimmte Sicherheitsregeln. Die Polizei lobte nach dem Katholikentag das vorbildliche Verhalten der Gäste und der Münsteraner Bürger, "die einen großen Beitrag zur friedvollen Veranstaltung geleistet haben".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Anmutig: Der Auftritt des Tanztheaters Münster beim Abschlussgottesdienst stellte nur eines der vielen Kultur-Higlights beim Katholikentag dar.

    Foto: Oliver Werner
  • Beeindruckend: Vor dem Schloss versammelte sich am Sonntag eine riesige Menschenmenge. Insgesamt nahmen am Katholikentag 90.000 zahlende Besucher teil. Diejenigen, die nur bei den kostenlosen Veranstaltungen vorbeigeschaut haben, kommen da noch obendrauf.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dem Abschlussgottesdienst wohnten auch viele Promis bei. So auch Wolfgang Thierse, der den Katholikentag für seine Debattenkultur lobte:  "Das wirklich Gute an Kirchentagen ist, dass ohne Häme und Aggression geredet wird. Das war auch hier in Münster so."

    Foto: Karin Völker
  • Sina Güttes, Lena Schmidt und Sarah Beckmühl, Helferinnen aus Wachtberg bei Bonn und alle drei 18 Jahre sind mit dem Katholikentag zufrieden: "Es war schön, so viele gut gelaunte Menschen zusammen zu erleben. Und es war jedes Alter vertreten. Man sagt ja immer, dass sich fast nur noch ältere Leute zur Kirche zugehörig fühlen. Das stimmt gar nicht."

    Foto: Karin Völker
  • Nach dem Ende Glaubensfestes blickt unser Redakteur Johannes Loy in seinem Kommentar auf fünf ertragreiche Tage in Münster zurück: Ertragreicher Katholikentag: Münster bleibt im Gedächtnis

    Wir waren außerdem fünf Tage im Liveticker  dabei.

    Foto: Gunnar A. Pier

Nächster Katholikentag erst 2022

Nach dem Katholikentag ist vor dem Kirchentag. Der findet ebenfalls in Westfalen statt: Dessen Präsident Hans Leyendecker, sprach die Einladung aus: „Kommen Sie zum 37. Evangelischen Kirchentag nach Dortmund, in eine Stadt der Veränderung, charmant und quicklebendig.“ Die westfälische Präses Annette Kurschus sagte, schon jetzt sei die Freude auf den Kirchentag spürbar: „Auf Wiedersehen vom 19. bis zum 23. Juni 2019 in Dortmund.“

2021 findet der 3. Ökumenische Kirchentag in Frankfurt/Main statt. Für 2024 hat sich das Bistum Erfurt für einen Katholikentag in Stellung gebracht. Ob bereits 2022 möglicherweise Würzburg zum Zuge kommt, steht noch nicht fest.

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