Extremismus
Zahl der bekannt gewordenen Reichsbürger verdoppelt: 2000

Düsseldorf (dpa/lnw) - Den Behörden werden immer mehr sogenannte Reichsbürger bekannt. Ihre Zahl hat sich in Nordrhein-Westfalen innerhalb weniger Monate auf mehr als 2000 verdoppelt. Das hat das NRW-Innenministerium am Freitag bestätigt. Der «Spiegel» hatte zuvor aus seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe vorab berichtet.

Freitag, 09.06.2017, 18:22 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.06.2017, 18:10 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 09.06.2017, 18:22 Uhr
Die Reichsbürger lehnen das Grundgesetz ab. Foto: Patrick Seeger

Noch im vergangenen Oktober war die Zahl der Reichsbürger in NRW mit bis zu 300 angegeben worden. Im Februar waren es dann bereits 1000. Der Anstieg dürfte auf die vermehrten Aufklärungsbemühungen zurückgehen. «Die NRW-Polizei, der Verfassungsschutz und die kommunalen Behörden arbeiten sehr eng zusammen, um die Reichsbürgerszene aufzudecken», berichtete NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD).

Die Reichsbürger lehnen das Grundgesetz ab und kommen deshalb immer wieder in Konflikt mit den Behörden. Das NRW-Innenministerium sieht sie als «Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker, Rechtsextremisten, Holocaustleugner und Querulanten». Rund 100 von ihnen seien in der rechtsextremen Szene aktiv. Viele seien Waffennarren.

Bundesweit wird die Reichsbürger-Szene vom Verfassungsschutz auf 12 600 Personen beziffert - darunter 700 Rechtsextremisten. Im vergangenen Oktober hatte ein Reichsbürger in Bayern einen Polizisten erschossen und weitere verletzt, als diese ihm seine Waffen wegnehmen wollten.

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