Kriminalität
Obdachlosen angezündet: Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafe

Köln (dpa/lnw) - Im Prozess um den qualvollen Tod eines Obdachlosen in Köln hat die Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafen gegen das angeklagte Pärchen beantragt. Der Mann solle wegen gemeinschaftlichen Totschlags in einem minderschweren Fall zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt werden, die Frau zu fünf Jahren und sechs Monaten. Das teilte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch mit.

Mittwoch, 14.06.2017, 17:42 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 14.06.2017, 17:36 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 14.06.2017, 17:42 Uhr
Ein Justizbeamter steht im Landgericht. Foto: Friso Gentsch

Die beiden Angeklagten, wohnungslos wie ihr Opfer, sollen den 29-Jährigen im vergangenen November getötet haben. Nach einer Streiterei mit ihm sollen die beiden laut Anklage mehrfach auf Kopf und Bauch des Mannes eingetreten haben. Nach kurzer Zeit sei er gestorben. Um Spuren zu beseitigen, so lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, habe die angeklagte Frau den Leichnam mit Desinfektionsmittel übergossen. Der Mann soll ihn mit einem Feuerzeug in Brand gesteckt haben.

Die Verteidigerin des Angeklagten beantragte eine geringere, die Anwältin der Frau bat um eine «schuld- und tatangemessene Strafe». Ein Urteil soll am kommenden Dienstag verkündet werden.

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