Film
Kurzfilmtage widmen sich der Faszination «Trailer»

Manche Kinobesucher freuen sich auf Vorschauen genauso wie auf den Hauptfilm. Doch was macht sogenannte Trailer eigentlich aus? Wie haben sie sich mit der Entwicklung der Filmindustrie verändert? Die Kurzfilmtage Oberhausen wollen Antworten geben.

Samstag, 02.03.2019, 08:53 Uhr aktualisiert: 02.03.2019, 09:02 Uhr
Filmrollen liegen in Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) in einem Vorführraum. Foto: Helge Toben

Oberhausen (dpa/lnw) - Kinotrailern widmen die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen in diesem Jahr (1.-6. Mai) erstmals ein eigenes Beiprogramm. Unter dem Titel «Die Sprache der Verlockung: Trailer zwischen Werbung und Avantgarde» haben die Macher rund 100 Beispiele zusammen getragen. Neben klassischen Beispielen aus der Filmgeschichte sind auch Arbeiten von Künstlern darunter, die mit Form und Material von Trailern arbeiten - für eine Satire, Hommage oder Parodie.

Trailer würden zu Unrecht oft nur als «dienendes» Genre und reines Kommerzprodukt gesehen, teilten die Organisatoren mit. «Trailer sind mehr als nur Zusammenschnitte möglichst spektakulärer Filmszenen. Häufig wird zusätzliches Material gedreht - man denke an Alfred Hitchcocks legendäre Trailer für Psycho oder The Rope», sagte Festival-Sprecherin Sabine Niewalda.

Die ausgewählten Filme wurden zu acht verschiedenen Themen zusammengestellt. Ein Strang widmet sich zum Beispiel der Frage, warum man in Trailern selten weibliche Erzählerstimmen hört. Ein anderer Schwerpunkt nimmt das Vorprogramm in den Blick, in dem es nicht um Filme geht: Werbung für Popcorn etwa, oder Ermahnungen, regelmäßig in die Kirche zu gehen. Jede Veranstaltung dauert rund anderthalb Stunden. Kuratiert wurden die Einspieler von Cassie Blake und Mark Toscano vom Academy Film Archive (Los Angeles).

Die 65. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen zeigen an sechs Tagen über 500 kurze Filme in fünf Wettbewerben und zahlreichen weiteren thematischen Programmen. Insgesamt vergeben die Kurzfilmtage knapp 41 000 Euro an Preisgeldern. Erwartet werden rund 1000 Fachbesucher aus mehr als 50 Ländern.

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