Migration
Abschiebungen scheitern an Fluggesellschaft oder Piloten

Über Flughäfen in NRW wurden im vergangenen Jahr 5295 Menschen abgeschoben. Mehr als 200 Abschiebungen scheiterten aber auch - meistens am Widerstand von Piloten oder Fluggesellschaften.

Sonntag, 03.03.2019, 09:32 Uhr aktualisiert: 03.03.2019, 09:42 Uhr
Ein Flugzeug ist hinter Stacheldraht zu sehen. Foto: Julian Stratenschulte

Düsseldorf (dpa/lnw) - Über Flughäfen in Nordrhein-Westfalen wurden im vergangenen Jahr 5295 Menschen abgeschoben. Rund 240 geplante Rückführungen auf dem Luftweg scheiterten in NRW - meistens wegen Widerstands durch Fluggesellschaften oder die jeweiligen Piloten. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linke-Fraktion im Bundestag hervor.

Bundesweit wurden demnach 2018 deutschlandweit 21 059 Menschen über den Luftweg abgeschoben. 5008 davon vom Flughafen Düsseldorf aus, 285 über Köln/Bonn, zwei Personen wurden über Dortmund ausgeflogen.

169 Mal scheiterten Abschiebungen am Flughafen Düsseldorf, weil sich Fluggesellschaft oder der Pilot weigerten, die Personen mitzunehmen. In Köln passierte das sechsmal. Dort wiederum leisteten 30 Menschen so heftigen Widerstand, dass sie nicht abgeschoben werden konnten. In Düsseldorf scheiterten acht Abschiebungen an «Widerstandshandlungen», so die Bundesregierung. In 28 Fällen mussten in Düsseldorf Abschiebungen wegen medizinischer Gründe» abgebrochen werden, zweimal in Köln.

Insgesamt hat das Land NRW im vergangenen Jahr 6603 Menschen abgeschoben. Laut einem Bericht des Flüchtlingsministeriums waren das 5 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

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