Chemie
Evonik kurz vor dem Verkauf des Methacrylat-Geschäfts

Essen (dpa) - Der Spezialchemiekonzern Evonik steht kurz vor dem Verkauf seines Methacrylat-Geschäfts. Der Bereich, der unter anderem einen Grundstoff für Plexiglas herstellt, soll für drei Milliarden Euro an den Finanzinvestor Advent International gehen, wie Evonik am Montagabend in Essen mitteilte. Der Kaufvertrag werde aktuell beurkundet. Zudem fehlt noch die formelle Zustimmung des Aufsichtsrates.

Montag, 04.03.2019, 19:40 Uhr aktualisiert: 04.03.2019, 19:52 Uhr
Evonik kurz vor dem Verkauf des Methacrylat-Geschäfts. Foto: Rolf Vennenbernd

Der Verkauf ist Teil des von Evonik-Chef Christian Kullmann verordneten Konzernumbaus, in dessen Zuge sich die Essener stärker auf die profitablere und weniger konjunkturanfällige Spezialchemie ausrichten. Das kostet Geld. So hatte Evonik erst im November seine Einkaufstour in der Spezialchemie mit der angekündigten Übernahme des US-Unternehmens Peroxychem, einem Hersteller von Wasserstoffperoxid, für 625 Millionen US-Dollar (548 Mio Euro) fortgesetzt.

Das Methacrylat-Geschäft profitierte bereits 2017 von einer starken Nachfrage, auch aus der Auto- und Lackeindustrie. Ein Trend, der sich zumindest in Teilen auch 2018 fortgesetzt und zu einem außergewöhnlich starken Jahr geführt haben dürfte. Branchenexperten rechnen nach einem Umsatz von ungefähr 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2017 mit einer deutlichen Steigerung. Zudem erwarten Analysten für den Bereich 2018 im Durchschnitt einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 400 Millionen Euro.

Ein genaueres Bild über die Geschäftsentwicklung der Sparte sowie des Evonik-Konzerns insgesamt können sich Investoren an diesem Dienstag machen. Dann wird das Unternehmen die Jahreszahlen für 2018 vorstellen.

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