Prozesse
Student im Wahn erstochen: Beschuldigtem droht Psychiatrie

Ein 23-jähriger Student soll im September 2018 in Bochum einen Kommilitonen erstochen haben. Offenbar ist der Mann psychisch krank. Im Prozess droht ihm die unbefristete Unterbringung in der Psychiatrie.

Donnerstag, 07.03.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 07.03.2019, 17:12 Uhr
Eine Statue der Justizia. Foto: Peter Steffen

Bochum (dpa/lnw) - Getrieben von schlimmen Wahnvorstellungen soll ein 23-jähriger Student im September 2018 in Bochum einen Kommilitonen erstochen haben. Zu Prozessbeginn am Donnerstag vor dem Bochumer Schwurgericht wollte sich der Beschuldigte nicht zu den Vorwürfen äußern. In dem Verfahren geht es nicht um eine klassische Bestrafung wegen Mordes, sondern allein um die Frage, ob der Mann zum Schutz der Allgemeinheit auf unbestimmte Zeit in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik untergebracht werden muss.

Die Tat ereignete sich am Abend des 12. September in der Bochumer Innenstadt. Das spätere Opfer war zusammen mit einem Mitbewohner auf dem Weg zu einem Supermarkt, als es plötzlich von hinten attackiert wurde. Der Beschuldigte soll dem Mann ein Küchenmesser mehrmals in den Oberkörper gestoßen haben. Das Opfer verblutete im Krankenhaus.

In einem Brief, der vor Gericht verlesen wurde, wirft der 23-Jährigen seinem Kommilitonen vor, sein Leben zerstört zu haben. Dieser habe ihn im Internet als «Pädophilen» gebrandmarkt. Außerdem habe sein Professor ihm gegen seinen Willen LSD gegeben. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass diese Vorwürfe Ausdruck der wahnhaften Erkrankung des Angeklagten sind.

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