Tarife
Verdi fordert deutliche Lohnsteigerung im NRW-Einzelhandel

Düsseldorf (dpa/lnw) - Für die 695 000 Beschäftigten in Nordrhein-Westfalens Einzelhandel fordert die Gewerkschaft Verdi deutlich mehr Geld. Die Tarifkommission strebe eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent, mindestens aber 163 Euro an, hieß es in einer Mitteilung von Verdi am Donnerstag. Zudem sollten die Vergütungen für Auszubildende um 100 Euro steigen.

Donnerstag, 07.03.2019, 17:58 Uhr aktualisiert: 07.03.2019, 18:12 Uhr
Der Schatten einer Person fällt auf eine Fahne der Gewerkschaft Verdi. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Erneut forderte die Gewerkschaft, den Tarifvertrag für alle Branchenbeschäftigten in NRW für verbindlich zu erklären. Dies kann nur mit Zustimmung der Arbeitgeber geschehen. In Westdeutschland unterliegen nach Verdi-Angaben nur noch rund 40 Prozent der Beschäftigten der Tarifbindung. Mehrere große Handelsketten haben sich aus den Flächentarifverträgen verabschiedet.

Der Einzelhandel habe im neunten Jahr in Folge ein Umsatzwachstum verzeichnet, die Konjunkturaussichten seien positiv, begründete Verdi-Verhandlungsführerin Silke Zimmer die Forderung. Daran müssten die Beschäftigten im Einzelhandel beteiligt werden.

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes NRW, Peter Achten, sagte, das es Umsatzsteigerungen vor allen Dingen im Online-Handel gebe. Der stationäre Einzelhandel insbesondere in den Innenstädten kämpfe dagegen mit Umsatzschwund. «Der Verteilungsspielraum für Entgelterhöhungen ist also gering.»

Bei der jüngsten Tarifeinigung im NRW-Einzelhandel im Jahr 2017 waren die Löhne und Gehälter um insgesamt 4,3 Prozent erhöht worden. Verdi hatte den laufenden Tarifvertrag zu Ende April gekündigt. Für den 18. April ist der erste Verhandlungstermin angesetzt.

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