Kriminalität
Bäume im Hambacher Forst gefällt: Polizei hat konkrete Spur

Kerpen (dpa/lnw) - Nachdem im Hambacher Forst rund 50 Bäume mutmaßlich von Waldbesetzern gefällt wurden, hat die Polizei eine konkrete Spur: Sie ermittelt gegen einen Aktivisten, der sich im Internet zu Fällungen bekannt hatte. Das geht aus einem Bericht des nordrhein-westfälischen Innenministers an den Landtag hervor.

Dienstag, 02.04.2019, 14:14 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 14:22 Uhr
Polizisten stehen vor Baumhäusern im Hambacher Forst. Foto: David Young

Die Aachener Polizei hatte am 13. März im Hambacher Forst an vier Stellen rund 50 Baumstümpfe gefunden. Gleichzeitig entdeckten die Beamten neue Baumhäuser, insgesamt 39. Mit weiteren Bauten am Boden sei die Polizei auf rund 55 Objekte gekommen. An «neu errichteten Baumhäusern und Strukturen» entdeckten die Beamten laut Bericht von Innenminister Herbert Reul (CDU) Nadelbaumstämme (Kiefern und Fichten), die zu den Stümpfen passten.

Da alle Bäume in einem Landschaftsschutzgebiet standen, schaltete sich die Polizei ein. Die «Ermittlungskommission Hambach» fand laut Reul-Bericht diverse Kommentare zu den Baumfällungen in den sozialen Netzwerken. Eine Person mit «eindeutigen Bezügen zum Hambacher Forst» schrieb unter echtem Namen: «Es werden Bäume von uns gefällt».

Anonym haben sich weitere Aktivisten im Internet zu den Fällungen bekannt. «Die Straftäter versuchen sich dort u.a. damit zu rechtfertigen, dass die gefällten Bäume angeblich krank und vom Borkenkäfer befallen gewesen seien», so der Innenminister in seinem Bericht. «Gemäß Bewertung des Revierförsters» seien die Bäume aber gesund gewesen. Sie seien unfachmännisch, «vermutlich mit Axt und Handsägen» gefällt worden, heißt es in dem Bericht an den Innenausschuss.

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