Justiz
Häftlinge halfen: Kritik an Party von Gerichtspräsident

Düsseldorf (dpa/lnw) - Eine Geburtstagsfeier des Düsseldorfer Landgerichts-Präsidenten Bernd Scheiff ist beim Steuerzahlerbund auf Kritik gestoßen. Scheiff hatte anlässlich seines 60. Geburtstags nach Angaben des Gerichts rund 300 Gäste ins Foyer des Justizzentrums eingeladen. Um den Auf- und Abbau kümmerten sich Gerichtsbedienstete - und auch Strafgefangene aus dem offenen Vollzug. Zuerst hatte die «Rheinische Post» über den Vorgang berichtet.

Donnerstag, 04.04.2019, 14:47 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 15:02 Uhr

«Die Bediensteten des Landes sind für das Gemeinwohl zuständig, nicht für eine private Party», sagte der NRW-Vorsitzende des Steuerzahlerbundes, Heinz Wirz, am Donnerstag: «Sie sind nur in der Funktion einzusetzen, für die sie eingestellt wurden. Dieses Vorgehen ist untragbar.»

Eine Gerichtssprecherin betonte dagegen, es habe sich um eine dienstliche Feier gehandelt. Sämtliche Kosten - etwa für Verpflegung, Dekoration und Musik - habe Scheiff aus eigener Tasche bezahlt. Überstunden seien auf freiwilliger Basis im Rahmen der gleitenden Arbeitszeit erfolgt und nicht gesondert entlohnt worden.

Im Landgericht arbeiteten permanent Häftlinge im offenen Vollzug als Hausarbeiter. Vor der Feier hätten sie in ihrer regulären Dienstzeit Tische und Stühle aufgebaut. Zu der Feier seien am vergangenen Freitag die gesamte Belegschaft des Hauses, Vertreter verschiedener Gerichte, Anwälte und Journalisten eingeladen gewesen.

«Wir waren nicht in die Veranstaltung eingebunden und mussten auch nicht eingebunden werden», sagte ein Sprecher des NRW-Justizministeriums am Donnerstag: «Die Präsidenten können solche Veranstaltungen in eigener Regie durchführen.»

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