Klima
Auch das Ruhrgebiet verlangt Hilfen für den Kohleausstieg

Essen (dpa/lnw) - Die Oberbürgermeister und Landräte des Ruhrgebiets sind über die Verteilung der Soforthilfen für den Kohleausstieg verärgert. «Es ist aus Sicht des Ruhrgebietes sehr schwer nachzuvollziehen, wenn jetzt 90 Millionen Euro Soforthilfe in das rheinische Revier fließen und das Ruhrgebiet mit seinen ebenfalls betroffenen Kraftwerksstandorten leer ausgeht», kritisierte Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) am Freitag die Einigung zwischen dem Bund und den Kohleländern. «Wir fordern für das Ruhrgebiet ebenfalls Sofortmaßnahmen durch Bund und Land.»

Freitag, 05.04.2019, 14:41 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 14:52 Uhr
Schüler auf einer "Fridays for Future"-Klimademonstration. Das Ruhrgebiet fordert nun Hilfen für den Ausstieg. Foto: Christophe Gateau

Nordrhein-Westfalen erhält 90 der 240 Millionen Euro, die der Bund für das Sofortprogramm für den Strukturwandel in den vom Kohleausstieg betroffenen Regionen zur Verfügung stellt. Mit dem Geld, das aus Landesmitteln aufgestockt wird, sollen vor allem alternative Energieprojekte im rheinischen Revier gefördert werden, etwa die vorbereitenden Arbeiten für ein Wärmespeicher-Kraftwerk.

In einem Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) fordert der Regionalverband Ruhr (RVR) Strukturhilfen von Bund und Land für die von der Stilllegung der Steinkohlekraftwerke betroffene Region. Das Ende der Kohleverstromung habe nicht nur für die niederrheinische Braunkohle sondern auch für die zwölf Standorte der Steinkohlekraftwerke im Ruhrgebiet weitreichende Auswirkungen auf Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung, betonte der Verband. Auch im Ruhrgebiet müssten deutlich mehr Investitionen in die alternative Energiegewinnung und den verstärkten Netzausbau fließen, damit die Industrie in der Region auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleibe.

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