Kirche
Wegen Schädling: Buchsbaum-Mangel zu Palmsonntag

Mettmann (dpa/lnw) - Ein gefräßiger Schädling verändert einen Brauch: In vielen katholischen Kirchengemeinden fehlen Buchsbaumzweige für Palmsonntag. Die Pfarrei St. Lambertus in Mettmann verzichtet wegen der Schäden, die der Buchsbaumzünsler hinterlassen hat, in diesem Jahr erstmals auf die immergrünen Zweige. «Wir werden in keiner unserer Kirchen für die Gemeindemitglieder Zweige bereitstellen», erklärte die Gemeinde in einem Info-Blatt. Ein Sprecher des Erzbistums Köln ergänzte, das Problem sei in vielen Gemeinden bekannt. Es gebe wegen des Schädlings kaum noch intakte Buchsbäume.

Sonntag, 07.04.2019, 10:42 Uhr aktualisiert: 07.04.2019, 10:52 Uhr
Raupen des Buchsbaumzünslers bewegen sich in einem Buchsbaum. Foto: Bernd Weissbrod

Die Pfarrei St. Lambertus bat, wer ein grünes Sträußchen segnen lassen wolle, möge selbst Zweige mitbringen. Es müsse nicht der traditionelle Buchsbaum sein, auch Ilex oder Kirschlorbeer kämen infrage.

Nach Angaben des Bistums Essen kann auch ein anderer Zweig verwendet werden. «Der Buchsbaum ist schon ein Ersatz für die Palme», sagte ein Sprecher. An Palmsonntag wird im Gottesdienst an den Einzug von Jesus in Jerusalem erinnert, dem die Menschen mit Palmzweigen in den Händen zujubelten. In den Kirchen werden die grünen Sträußchen gesegnet, die Gläubigen nehmen sie mit nach Hause.

Die Raupen des Buchsbaumzünslers - einer Schmetterlingsart - fressen sich durch das Gehölz der Pflanzen und sind anfangs schwer zu sehen. Der Buchsbaumzünsler wurde vermutlich über Warentransporte aus Asien eingeschleppt und vermehrt sich in Deutschland seit einigen Jahren rasant.

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