Energie
Auslandsgeschäft für Steag immer wichtiger

Essen (dpa) - Für den Steinkohleverstromer Steag wird das Auslandsgeschäft immer wichtiger. Im vergangenen Jahr stammten 57 Prozent des auf 161 Millionen Euro gesunkenen operativen Ergebnisses aus dem Betrieb von Kohlekraftwerken in Kolumbien, der Türkei und auf den Philippinen sowie von Windparks und Dienstleistungen im Ausland, wie der Versorger am Dienstag in Essen berichtete. Im Jahr zuvor betrug der Auslandsanteil 50 Prozent, 2019 soll er auf 60 Prozent steigen. Steag gehört mehreren Ruhrgebietsstädten und ist einer der größten konventionellen Stromerzeuger in Deutschland.

Dienstag, 09.04.2019, 13:07 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 13:22 Uhr
Das Verwaltungsgebäude des Energiekonzerns Steag in Essen. Foto: Bernd Thissen

Das 1937 gegründete Unternehmen kämpft seit Jahren mit der Energiewende. Der Umsatz sank 2018 um 20 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben davon nur knapp 13 Millionen Euro übrig, fast 80 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Dennoch schüttet das Unternehmen 45 Millionen Euro an seine Gesellschafter aus, die das Geld in den Schuldendienst einfließen lassen. Im laufenden Jahr soll der Umsatz auf 3,1 Milliarden Euro steigen.

Die von Steag in Nordrhein-Westfalen und dem Saarland betriebenen Steinkohlekraftwerke steuerten 2018 nur 6 Prozent zum Ergebnis bei. Steag hatte im vergangenen Jahr mehrere Steinkohleblöcke stillgelegt, andere waren schlechter ausgelastet.

Die Beschlüsse der Kohlekommission seien für Steag schmerzhaft, sagte Vorstandschef Joachim Rumstadt. Steinkohlekraftwerke müssten in der Startphase des Kohleausstiegs die Hauptlast der Stilllegungen tragen. Als mögliche Entschädigung für die Stilllegung von Steinkohlekraftwerken sei ein Betrag von 600 Millionen Euro je 1000 Megawatt Kraftwerksleistung «eine angemessene Größenordnung», sagte Rumstadt.

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