Prozesse
Streit um einen Euro trägt 81-Jährigem Bewährungsstrafe ein

Bonn (dpa/lnw) - Ein aus dem Ruder gelaufener Streit um einen Euro Parkgebühr hat einem 81-Jährigen in Bonn eine Strafe von einem halben Jahr Gefängnis auf Bewährung eingebracht. Das Bonner Amtsgericht verurteilte ihn wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und gefährlicher Körperverletzung. Wie ein Gerichtssprecher am Dienstag bestätigte, muss der Rentner außerdem seinen Führerschein abgeben und darf neun Monate lang kein Auto fahren. Als Bewährungsauflage muss er zudem 600 Euro an den Verein «Herz ohne Grenzen» zahlen.

Dienstag, 09.04.2019, 17:11 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 17:22 Uhr
Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer. Foto: Uli Deck

Der Angeklagte hatte sich über den «burschikosen Ton» einer Parkplatzwächterin so geärgert, dass er per Knopfdruck das Seitenfenster seines Wagen schloss, dabei den Arm der 51-Jährigen einklemmte und Gas gab. Die Frau musste fünf Meter mitlaufen, bis es ihr gelang, den eingeklemmten Arm zu befreien. Dabei erlitt sie Blutergüsse.

Der ehemalige Unternehmer hatte sein riskantes Verhalten bis zum Schluss bestritten. Aber das Gericht hat der Frau geglaubt. Der Angeklagte habe das Auto als Waffe eingesetzt, hieß es im Urteil. Damit habe er sich ungeeignet gezeigt, am Straßenverkehr teilzunehmen.

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