Prozesse
Bauchschuss im Rockermilieu: Angeklagter bestreitet

Hagen (dpa/lnw) - Zu Beginn des Prozesses um einen Schuss auf einen Motorrad-Rocker in Hagen hat der mutmaßliche Schütze die Tat bestritten. Der 58 Jahre alte Angeklagte sagte am Montag vor dem Hagener Schwurgericht: «Ich habe davon überhaupt nichts mitbekommen.» Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, im Oktober 2018 vor einem Café aus seinem Auto heraus auf ein Mitglied des Motorrad-Clubs «Bandidos» geschossen zu haben. Der 58-Jährige selbst ist Mitglied der «Freeway Riders», die mit den «Bandidos» in Hagen schon oft aneinandergeraten sein sollen. Das Opfer erlitt einen Bauchschuss und schwere Verletzungen. Der 26-Jährige überlebte nur durch eine Notoperation.

Montag, 20.05.2019, 14:51 Uhr aktualisiert: 20.05.2019, 15:02 Uhr
Einsatzkräfte der Polizei untersuchen einen Pkw am Tatort in Hagen. Foto: Markus Klümper

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte an seinem Beifahrer vorbei durch das geöffnete Fenster schoss. Der 58-Jährige beschuldigt dagegen seinen damaligen Beifahrer, abgedrückt zu haben. Dieser habe ihm kurz nach der Tat gesagt, dass er auf den 26-Jährigen geschossen habe. Die Waffe sei mit einem Schalldämpfer ausgestattet gewesen, deshalb habe er den Schuss gar nicht hören können. «Später in unserem Clubheim hatte ich den Eindruck, als würde er sich von den anderen für den Schuss feiern lassen», sagte der Angeklagte. Er selbst habe überhaupt keine Veranlassung gehabt, zu schießen. Er kenne das Opfer schon seit Jahren. «Wir sind eher Freunde als Feinde», sagte der Angeklagte.

Kurz nach der Attacke soll es zu einer Racheaktion der «Bandidos» gekommen sein, bei der ebenfalls aus einem Auto geschossen wurde. Bei dieser Tat wurde ein anderes Auto getroffen. Der Täter ist dafür bereits in einem anderen Prozess am Landgericht zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

In dem aktuellen Verfahren ist der 58-jährige Deutsche wegen versuchten Totschlags angeklagt. Die Richter haben ihm allerdings bereits den rechtlichen Hinweis erteilt, dass auch eine Verurteilung wegen Mordes möglich sei.

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