Demonstrationen
Ohne Spanferkel-Provokation: Rechte Demo in Mönchengladbach

Mönchengladbach (dpa/lnw) - Der Fund eines abgetrennten Schweinekopfes an einer Moschee hatte im Vorfeld für Ärger gesorgt: Unter strengen Auflagen sind am Sonntag rund 260 Demonstranten eines rechten Bündnisses durch Mönchengladbach-Rheydt gezogen. Etwa 300 Personen beteiligten sich laut Polizei an einer Gegenkundgebung. Angemeldet wurde die Demo laut Polizeisprecher vom Mönchengladbacher Stadtrat Dominik Roeseler, einem Mitbegründer von «Hooligans gegen Salafisten». Die Gruppen zogen getrennt voneinander durch die Innenstadt und versammelten sich auf dem Marktplatz. Die Versammlungen seien insgesamt friedlich geblieben, sagte ein Polizeisprecher.

Sonntag, 02.06.2019, 21:05 Uhr aktualisiert: 02.06.2019, 21:12 Uhr
Etwa 200 Menschen demonstrieren gegen eine Kundgebung des rechtsextremen Bündnisses «Mönchengladbach steht auf». Foto: Henning Kaiser

Bei zwei Teilnehmern der Demonstration des rechten Bündnisses seien jedoch verfassungswidrige Tätowierungen entdeckt worden, die für den Rest der Veranstaltung auf Anordnung der Polizei überdeckt werden mussten, wie es hieß. Gegen einen Redner der Rechten wurde eine Strafanzeige wegen einer Beleidigung gestellt.

Den Demonstrationen war eine geschmacklose Tat vorausgegangen, wie der Polizeipräsident sagte, die zu einer «höheren Emotionalisierung» geführt habe: Am Dienstag hatte ein Mitarbeiter einer Moschee im Stadtteil Rheydt einen Schweinekopf auf dem Gelände gefunden. In dem Fall ermittelt der Staatsschutz.

Die Polizei hatte mit einer Verschärfung der Auflagen für die Demo reagiert, obwohl bislang nicht aufgeklärt ist, wer hinter der Schweinekopf-Provokation steckt. Unter anderem durfte der Demonstrationszug nicht wie geplant unmittelbar an der Moschee vorbeiziehen. Auch das geplante Grillen eines Spanferkels untersagten die Behörden als gezielte Provokation. Bei Moslems gilt das Schwein als unrein. Ein Gericht hatte die Auflagen der Polizei zuvor für rechtens erklärt.

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