Polizei
Zentralrat der Muslime kritisiert Kölner Polizei

Köln (dpa) - Der Zentralrat der Muslime hat das Vorgehen der Kölner Polizei gegen zehn junge Muslime in langen Gewändern kritisiert. «Wir erwarten, dass Polizisten kulturell besser geschult und sensibilisiert werden», sagte der Vorsitzende des Zentralrats, Aiman Mazyek, nach einer Mitteilung vom Mittwoch. Die jungen Muslime hatten am Dienstag nach Zeugenaussagen vor dem Kölner Hauptbahnhof «Allahu Akbar» gerufen. Daraufhin rückte die Polizei mit großen Kräften an, stoppte die Männer und durchsuchte sie. Es stellte sich heraus, dass sie bis auf ein Messer nichts Gefährliches bei sich hatten.

Mittwoch, 05.06.2019, 18:46 Uhr aktualisiert: 05.06.2019, 18:52 Uhr
Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Die jungen Männer hätten sich lediglich auf dem Weg zu Feierlichkeiten zum Ende des Fastenmonats Ramadan befunden, teilte der Zentralrat mit. Der Vorfall zeige, dass «rassistisches Profiling» ein ernstzunehmendes Thema bleibe. «Ich hoffe, dass die Polizei sich bei den Betroffenen in aller Form entschuldigt hat und sich selbstkritisch manch eigenen Vorurteilen und Bildern stellt und die richtigen Schlüsse aus dem fehlgeleiteten Einsatz zieht», sagte Mazyek.

Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob reagierte am Mittwochnachmittag und teilte mit: «Ich weise die Vorwürfe gegen meine Beamten entschieden zurück, dass ihr Handeln von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit geprägt war.» Insbesondere verwahre er sich gegen «Beleidigungen und Herabwürdigungen in den sozialen Medien». Jacob sagte laut Mitteilung: «Hier werden meine Beamten, die jeden Tag rund 1000 Einsätze, vielfach unter Gefährdung ihrer Gesundheit, für die Sicherheit der Kölner Bürgerinnen und Bürger wahrnehmen, mit Nazis verglichen und als dumm und ekelhaft bezeichnet.»

Der Bereich um Dom und Hauptbahnhof stehe besonders im Fokus der Polizei: «Deshalb reagieren wir mit der erforderlichen Konsequenz auf Situationen, die Menschen Angst machen und den Anschein erwecken, dass erhebliche Gefahren drohen», so Jacob: «Mit dem heutigen Wissensstand bedauere ich, dass unbescholtene Bürger von diesen Maßnahmen betroffen waren und biete den ihnen ein persönliches Gespräch an. Ich werde auf diese Menschen zugehen.»

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