Wohnen
Trittschall kann für Wohnungseigentümer teuer werden

Düsseldorf (dpa/lnw) - Wohnungseigentümer sind in der Wahl ihres Bodenbelags nicht so frei wie viele glauben - mit finanziell erheblichen Folgen. Darauf hat das Landgericht Düsseldorf am Donnerstag hingewiesen (Az.: 19 S 152/18). Ein Eigentümer hatte aus seiner Wohnung in Mönchengladbach den Teppich entfernen und Fliesen legen lassen. Danach lag der Trittschall deutlich über der zulässigen Norm von 53 Dezibel.

Donnerstag, 06.06.2019, 14:52 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 15:02 Uhr
Eine Frau läuft mit hohen Schuhen über einen Parkettboden. Foto: Daniel Naupold

Der Eigentümer der Wohnung darunter pocht nun auf Abhilfe. Wie sich herausstellte, fehlt in dem nachträglich ausgebauten Dachgeschoss die Trittschalldämmung. Das Entfernen von Fliesen und Estrich zum nachträglichen Einfügen der Dämmung würde einen fünfstelligen Betrag verschlingen.

Der Richter riet am Donnerstag zu einem Vergleich: Über die Fliesen solle schallschluckender Teppich gelegt werden. Dies wäre deutlich preisgünstiger. Wenn sich die Parteien nicht einigen können, wird am 27. Juni eine Entscheidung des Gerichts ergehen.

Der Bundesgerichtshof hatte im vergangenen Jahr entschieden, dass Wohnungseigentümer auf Nachbarn Rücksicht nehmen müssen und auf ausreichenden Schallschutz zu achten haben.

Nachrichten-Ticker