Urteile
Dealer verurteilt: Clan-Zugehörigkeit nicht nachweisbar

Die Angeklagten in einem Drogenprozess spielten mit ihrer angeblichen Zugehörigkeit zu einem libanesisch-syrischen Familienclan. Laut Urteil gab es dafür jedoch keine Anhaltspunkte.

Donnerstag, 06.06.2019, 16:28 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 16:43 Uhr
Im Saal eines Gerichts liegen die Handschellen der Angeklagten auf einem Tisch. Foto: Bernd Wüstneck

Bochum (dpa/lnw) - Drei Mitglieder einer arabischen Großfamilie sowie ein Bekannter sind am Donnerstag zu Gefängnisstrafen von bis zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Die Angeklagten hatten gestanden, Marihuana und Kokain geschmuggelt und verkauft zu haben. Bei ihrer Festnahme Ende 2018 war die Staatsanwaltschaft noch von organisierter Clan-Kriminalität ausgegangen. Dafür gibt es laut Urteil des Bochumer Landgerichts jedoch keine Anhaltspunkte. Die 23 bis 31 Jahre alten Männer hätten zwar mit ihrer Zugehörigkeit zu einem libanesisch-syrischen Familienclan gespielt. Tatsächlich habe es sich aber nur um eine einfache kriminelle Gruppe gehandelt.

Die Angeklagten waren Anfang 2018 ins Visier der Ermittler geraten. Der Prozessauftakt hatte unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen begonnen, die im Laufe des Verfahrens jedoch aufgehoben wurden. Der Prozess gegen einen fünften Angeklagten wird fortgesetzt. Er hatte vor Gericht als einziger kein Geständnis abgelegt.

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