Polizei
Reul: Vorerst keine Elektroschock-Pistolen bei NRW-Polizei

Düsseldorf (dpa/lnw) - Elektroschock-Pistolen wird es bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen kurzfristig nicht geben. Einem Bericht der «Rheinischen Post» zufolge hält Innenminister Herbert Reul (CDU) zwar an der geplanten Einführung fest, verschiebt das Projekt jedoch auf unbestimmte Zeit. «Das Thema Taser steht momentan auf unserer Prioritätenliste nicht an oberster Stelle», sage Reul der «Rheinischen Post» (Montag). Er begründete dies mit «Zeiten knapper werdender Haushaltsmittel».

Montag, 01.07.2019, 21:05 Uhr aktualisiert: 01.07.2019, 21:12 Uhr
Herbert Reul. Foto: Federico Gambarini

In Nürnberg, Pirmasens und Frankfurt am Main waren laut «Rheinischer Post» zuletzt drei Menschen nach dem Einsatz von Tasern gestorben. Einen Zusammenhang damit bestreite das NRW-Innenministerium jedoch. «Es stimmt zwar, dass es in den vergangenen acht Monaten drei Todesfälle nach Einsätzen eines Distanzelektroimpulsgerätes gegeben hat», sagte ein Sprecher. Allerdings seien diese «nach unserem Kenntnisstand nicht unmittelbar auf dessen Einwirkung zurückzuführen.»

Taser setzen den Getroffenen aus einer Distanz von mehreren Metern für mehrere Sekunden außer Gefecht. Aus der Waffe werden dafür zwei kleine Pfeile an Drähten abgeschossen. Sie erzeugen einen Stromkreislauf, die Muskeln werden kurzzeitig blockiert.

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