Industrie
Forscher: Lage der Stahlhersteller könnte sich verschärfen

Essen (dpa) - Die schwache Auftragslage für die Stahlbranche in Deutschland wird nach Einschätzung eines Konjunkturforschers vorerst anhalten. «Die Stahlkonjunktur läuft in Deutschland nicht so gut, wie man das erwartet hat», sagte Prof. Roland Döhrn vom Essener Wirtschaftsforschungsinstituts RWI der Deutschen Presse-Agentur. In diesem Jahr sei die Rohstahlproduktion bislang um etwa 5 Prozent gesunken. Der Abschwung beim Stahl sei wohl nicht nur eine Folge der zunehmenden Importe nach Europa. «Mir scheint eher das Problem zu sein, dass die großen Stahlverwender Automobilbau und Maschinenbau schwächeln», betonte Döhrn.

Donnerstag, 04.07.2019, 06:56 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 07:02 Uhr
Die Sonne geht hinter Schornsteinen unter. Foto: Marcel Kusch

Der Großkunde Autoindustrie könnte den Stahlherstellern nach Einschätzung des Wissenschaftlers aber noch mehr Probleme bereiten. Durch den Übergang zur E-Mobilität könnten Teile der Automobilproduktion ins Ausland verlagert werden. Ihnen den Stahl hinterher zu liefern, mache keinen Sinn. «Deshalb könnte es für die Stahlhersteller in Deutschland ungemütlich werden», befürchtet der Ökonom.

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