Prozesse
Kioskbetreiber verhaftet: Verdacht des Mordversuchs

Düsseldorf (dpa/lnw) - Ein als mutmaßlicher Brandstifter angeklagter Kioskbetreiber könnte in Düsseldorf sogar wegen heimtückischen Mordversuchs verurteilt werden. Das Landgericht erteilte dem Mann einen entsprechenden Hinweis. Nachdem der Prozess gegen den 45-Jährigen aus Meerbusch bereits seit fast einem Monat läuft, wurde dieser am Dienstagabend verhaftet. Das Oberlandesgericht sehe angesichts der schärferen Vorwürfe eine Fluchtgefahr, sagte der Staatsanwalt am Mittwoch.

Mittwoch, 10.07.2019, 16:46 Uhr aktualisiert: 10.07.2019, 17:02 Uhr
Blick auf den Eingang zum Oberlandesgericht in Düsseldorf. Foto: Rolf Vennenbernd

Der Mann soll in der Nacht zum 5. März 2018 in seinem ungenutzten Kiosk in einem fünfstöckigen Mehrfamilienhaus in Düsseldorf Benzin ausgeschüttet und Feuer gelegt haben. Zu der Zeit schliefen zehn Bewohner in dem Haus. Sechs von ihnen konnten sich selbst retten, vier wurden von der Feuerwehr aus dem brennenden Haus gerettet. Der Schaden wurde auf 150 000 Euro beziffert.

Laut Anklage wollte der Kioskbetreiber mit dem Feuer die laufenden Mietkosten einsparen. Der Büdchenbesitzer bestreitet die Vorwürfe. Der Staatsanwalt hatte den Haftbefehl im Prozess beantragt. Das Landgericht hatte ihn auch erlassen, aber sogleich gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Dagegen hatte der Staatsanwalt mit Erfolg Beschwerde eingelegt.

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