Bußgelder für Ferienverlängerer
Zahl der Schulschwänzer vor den Ferien gestiegen

Staus umgehen und sparen: Vor den Sommerferien neigen manche Eltern dazu, ihr Kind aus der Schule zu nehmen, um früher und günstiger in den Urlaub zu starten. Das kann aber teuer werden.

Donnerstag, 11.07.2019, 05:33 Uhr aktualisiert: 11.07.2019, 12:52 Uhr
Bis zu 1000 Euro kann es Eltern kosten, die die Ferien eigenmächtig verlängern. Foto: dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) - Schule schwänzen, um schneller in die Ferien zu fahren oder länger im Urlaub zu bleiben: Die Zahl der sogenannten Ferienverlängerer ist in Nordrhein-Westfalen insgesamt gestiegen. Etwas im Regierungsbezirk Arnsberg stieg die Zahl gewaltig an. 2017 wurden der Bezirksregierung noch 356 Schulpflichtverletzungen im Zusammenhang mit Ferien gemeldet. Ein Jahr später, im aktuellen Erhebungsjahr 2018, lag die Zahl bei 678. Das entspricht einem Anstieg um mehr als die Hälfte.

149 Fälle im Regierungsbezirk Münster

Im Regierungsbezirk Münster ist die Zahl der Fälle von 104 Fällen im Jahr 2017 auf 149 Fälle gestiegen. Auch im Düsseldorfer Regierungsbezirk stiegen die Fallzahlen auf 428 an. Der Bezirk Köln erfasst die Fälle der Ferienverlängerer nicht einzeln, sondern nur die Bußgeldverfahren.

2018 waren das insgesamt 1402 Verfahren. Ein Viertel davon, also rund 350, seien Fälle von Ferienverlängerern, schätzt die Bezirksregierung. Im Bezirk Detmold gab es weniger Fälle. 61 Bußgeldbescheide für Ferienverlängerer wurden 2017 verschickt. Ein Jahr später nur noch 40.

Bußgeld soll Preisvorteil aufheben

Eltern würden die zeitlich und preislich besseren Reisezeiten nutzen, hieß es aus Münster. Autopanne auf der Rückreise, Familienfeier im Ausland, Erkrankung im Urlaub - diese und andere Gründe geben Eltern für das Fehlen ihres Kindes an, erklärte ein Sprecher der Detmolder Bezirksregierung.

Wer erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen. 100 bis 155 Euro pro Tag können je nach Regierungsbezirk dafür fällig werden. Im Höchstfall können es insgesamt 1000 Euro werden, wie aus einem Erlass des Schulministeriums hervorgeht. Das Bußgeld soll den finanziellen Vorteil aufheben, den eine frühere Reise mit sich brächte.

 

Tipps für Familienausflüge, die nicht viel kosten

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  • 00 Familienausflug COLOURBOX

    Diese Tagesausflüge im Münsterland kosten für eine vierköpfige Familie höchstens 50 Euro (Preise jeweils berechnet für zwei Erwachsene und zwei Kinder - alle Angaben ohne Gewähr):

    Foto: Colourbox.de
  • Maislabyrinthe: jeweils 16 Euro

    Noch messen die Pflanzen bestenfalls einen halben Meter, doch schon in wenigen Wochen wird der Mais mannshoch sein - und dann kann der Versteck-Spaß beginnen. Maislabyrinthe sind vor allem im westlichen Münsterland und im Emsland zu finden und versprechen ein besonderes Erlebnis im Gewirr der Gänge.

    Maislabyrinth  Südlohn  (Bild): Geöffnet 29. Juni bis 27. Oktober, 9-19 Uhr, da ist im 50 Euro-Budget sogar noch eine Partie Bauerngolf (5/4 Euro) drin.

    Bauerngolf und Irrgarten Zwillbrock : Geöffnet bis 6. Oktober Di-FR 14-19 Uhr, Sa/So 13-19 Uhr, Ferien Mo-So 10-19 Uhr, Bauerngolf 6/4 Euro.

    Maislabyrinth Terhardt in Haltern-Lippramsdorf: Geöffnet Di-Fr 14-19 Uhr, Sa/So 11-19 Uhr, Ferien: 11-19 Uhr, mit Gokart-Bahn, Hüpfburg, Riesen-Rutsche und Trampolin.

    Foto: Maislabyrinth Südlohn
  • Ehemalige Laga-Gelände: kostenlos

    Für ein Jahr standen sie in der Vergangenheit im Rampenlicht und doch veränderten die Gelände der vergangenen Landesgartenschauen die Optik und das Lebensgefühl ihrer Städte nachhaltig. Parkanlagen, Spielplätze, Kunst und Architektur sind geblieben und nach wie vor ein tolles Ausflugsziel.

    Inselpark/Dinkelaue Gronau (im Bild): neun Inseln, mit Wasserspielen, Kinderspielplätzen, ganzjährig geöffnet

    Rheda-Wiedenbrück: Flora-Westfalica-Park , mit Blumenpracht und Spielmöglichkeiten wie Skatepark, Seilzirkus und Wasserspielplatz, jederzeit geöffnet

    Naturerlebnisgelände Raesfeld , am Tiergarten Schloss Raesfeld: 5000 Quadratmeter groß, Kletter- und Balancierpfade, Niedrigseilgarten, Zapfenweitwurfanlage

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Baumwipfelpfad Bad Iburg: 24,80 Euro

    Auch die Landesgartenschau in Bad Iburg ist Geschichte. Die Bauten und Anlagen, die sie mit sich gebracht hat, bleiben dem Kurort am Teutoburger Wald. Besonderes Highlight: der 600 Meter lange Baumwipfelpfad mit Blick auf Schloss und Kurpark. Im Sommer täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

    Foto: dpa
  • Vier-Jahreszeiten-Park Oelde: 8 Euro (Familienkarte)

    Das Gelände der Landesgartenschau 2001 wurde zu einem großen Park umgestaltet, mit zahlreichen Spielmöglichkeiten, einem Hängebrückenweg zwischen Baumhäusern und dem interaktiven Kindermuseum „Klipp Klapp″. Außerdem befindet sich das Oelder Freibad mitten im Parkareal.

    Foto: Vier-Jahreszeiten-Park Oelde
  • Maximilianpark („Maxipark″) Hamm: 14 Euro

    Noch ein ehemaliges Laga-Gelände: Der Park bietet neben einem großen tropischen Schmetterlingshaus zahlreiche Spielgelegenheiten für Kinder: Das Angebot reicht vom Piratenschiff über Wasser- und Dschungelspielplatz, Spieldünen mit Kletternetzen bis zu einer Alten Mine.

    Foto: Maximilianpark
  • Naturzoo Rheine: 30 Euro (Familientageskarte)

    Besonderheit dieses Zoos ist der begehbare Affenwald, in dem Berberaffen herumtollen. Zudem brüten auf dem Zoogelände  im Sommer rund 100 Storchenpaare, die wahrscheinlich größte Storchenansammlung in ganz Deutschland.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Biotopwildpark Anholter Schweiz , Isselburg: 23 Euro

    Eingebettet in einen Wald sind hier rund 50 Tierarten zu sehen. Die Fütterungen bei den Gehegen sind öffentlich.

    Foto: dpa
  • Wildpark Frankenhof , Reken: 34 Euro

    Der Frankenhof ist zugleich ein Freizeit- und ein Tierpark. Neben rund 50 Tierarten, deren Gehege sich auf einem weitläufigen Gelände verteilen, gibt es mehrere Erlebnisspielplätze.

    Foto: Frankenhof
  • Wildfreigehege Nötteler Berg , Saerbeck: 14 Euro

    In einem großzügigen Waldgebiet mit vielen Spazierwegen leben etwa 40 Wildtierarten in natürlicher Umgebung.

    Foto: Monika Gerharz
  • Sommerrodelbahn Ibbenbüren: 50 Cent pro Fahrt

    Der Klassiker: Seit 1926 gibt es die Sommerrodelbahn in Ibbenbüren. Vor allem Familien mit kleineren Kindern kommen hier auf ihre Kosten. Der Eintritt zum Gelände ist frei. Gezahlt wird für die einzelnen Attraktionen (Kinderautoscooter, Märchenwald, „Reise um die Welt″, Oldtimer-Express). Eine Fahrt über die 90 Meter lange Rodelbahn kostet etwa 50 Cent. Der Eintritt in den Märchenwald (mit Abenteuerspielplatz) kostet 5 Euro pro Person.

    Foto: Sommerrodelbahn Ibbenbüren
  • Kinderbauernhöfe:

    In der Region gibt es mehrere Bauernhöfe, die Kindern ein besonderes Erlebnis mit Kontakt zu Tieren und Spielmöglichkeiten bieten. Eine Auswahl:

    Hof Heseker , Warendorf: 10 Euro (5 Euro pro Kind inklusive jeweils 2 Euro Verzehrgutschein und einer Futtertüte)

    Heupferdchen , Lüdinghausen: 32 Euro

    Erlebnishof Löbke , Ibbenbüren: 12 Euro

    Foto: Joachim Edler
  • Mühlenhof , Münster: 13 Euro (Familienkarte)

    Auf dem rund fünf Hektar großen Gelände erwarten die Besucher an die 30 große und kleine Bauwerke aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. In diesem Sommer mischt sich moderne Kunst mit den alten Gebäuden. Die Klasse Löbbert der Kunstakademie Münster zeigt unter dem Motto „Früher war alles besser” Installationen. An einigen Sonntagen ist der Mühlenhof-Bäcker im alten Backhaus im Einsatz und verkauft leckeres Brot und Hefezöpfe.  In der Nähe des Mühlenhofs gibt es einen Spielplatz (am Aasee in Richtung Tormin-Brücke).

    Foto: Jan Hullmann
  • Barfußgänge: kostenlos

    Kinder und Wandern? Bei Barfußgängen passt das zusammen und bietet ein besonderes Erlebnis. Durch die Vielfalt der unterschiedlichen Untergründe entdecken auch die Kleinen die Lust am Laufen.

    Barfußpark, Lienen (ca. 1 km Strecke), mit Kinderspielplatz und Gastronomieangeboten

    Barfußgang Stift Tilbeck  (im Bild), Havixbeck (2,5 km), mit angeschlossenem Café-Betrieb und attraktivem Kinderspielplatz 

    Barfußpark Kissinger Höhe , Hamm (2,5 km), mit interkulturellem Garten und Kunstpfad

    Foto: Jan Hullmann
  • Botanischer Garten , Münster: kostenlos

    Hinter dem Schloss lädt der Botanische Garten zum Verweilen ein. Für Kinder sind vor allem die fleischfressenden Pflanzen spannend und die Tropenhäuser, in denen man unter anderem sehen kann, wie Kaffee, Ananas, Bananen aussehen, bevor sie in den Supermarkt kommen.

    Foto: Oliver Werner
  • Baum-Erlebnispfad, Münster: kostenlos

    Direkt neben dem Botanischen Garten lädt seit Anfang Juni 2019 im Schlossgarten dieser selbsterklärende Lehrpfad zu Erkundungen ein. An acht Mitmachstationen auf einer Strecke von einem Kilometer lernen nicht nur Kinder und Jugendliche etwas über Bäume und ihre Bewohner.

    Foto: Helmut P. Etzkorn
  • Wildpferdebahn , Dülmen-Merfeld: 9 Euro

    Im Naturschutzgebiet Merfelder Bruch kann man die wild lebende Pferdeherde beobachten. Picknicktische laden zum Verweilen ein. Besuchergruppen ab 10 Personen können bei vorheriger Terminvereinbarung eine etwa einstündige Führung buchen (3 Euro pro Erwachsenem, 1,50 Euro pro Kind).

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Rad-Touren: kostenlos

    Spontan aufs Rad: In kaum einer anderen Region Deutschlands gibt es so viele Möglichkeiten, sich schnell mal in die Pedale zu schwingen und Entdeckungen zu machen. Frisch überarbeitet hat Münsterland e.V. die Rad-Planungskarte für die Region (pdf-Download  www.muensterland-tourismus.de ). Darin verzeichnet sind die wichtigsten Radrouten wie beispielsweise die 100-Schlösser-Route, aber auch überregionale Strecken wie der Ems-Radweg. Ein Update haben auch die Rundkurse in der Radregion Münsterland bekommen, die ganz beliebig in der Länge und Schwierigkeit kombiniert werden können. Eine App erleichtert die Tourenplanung.

    Foto: Münsterland e.V.
  • Kanutour:

    Mit dem Kanadier über den Fluss schippern und die Natur aus einer ganz neuen Perspektive erleben.

    Kanustation Pleistermühle : 50 Euro (für 2 Stunden, abgerechnet wird pro angefangene Viertelstunde)

    Foto: Matthias Ahlke
  • Kletterhalle, Bösensell: 25 Euro (Tageskarte)

    Wer Budenkoller an Regentagen vermeiden möchte, geht gleich mit der ganzen Familie an die Decke. Zum Beispiel im Klettercentrum Big Wall

    Wer unsicher ist, sollte vorher einen Kurs belegen (Eltern-Kind-Klettern, sonntags 12-14 Uhr und 14.30-16.30 Uhr, pro Kind: 11 Euro).

    Foto: Ulrich Gösmann
  • Naturkundemuseum/Planetarium , Münster: 15/25 Euro 

    Noch so eine Alternative für trübere Tage: Seit April 2019 haben Kinder und Jugendliche freien Eintritt in die LWL-Museen. 15 Euro kostet der Eintritt für die Eltern im Naturkundemuseum in Münster. Wer noch einmal 10 Euro drauflegt, bekommt eine Kombi-Familientageskarte, die auch für das angeschlossene Planetarium (unter anderem mit der neuen Mondlandungs-Show) gültig ist. In diesem Sommer können kleine Forscher etwas über das Gehirn lernen (Ausstellung bis 27.10.:   „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“)

    Wer häufiger kommen möchte, kann über die LWL-Museumscard nachdenken. Für 40 Euro kommt die ganze Familie ein Jahr lang in 32 Museen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (18 ) und des Landschaftsverbands Rheinland (14). In Münster gehört neben dem Naturkundemuseum noch das Museum für Kunst und Kultur am Domplatz dazu. Der Eintritt ins Planetarium ist bei der LWL-Museumscard allerdings nicht enthalten.

    Foto: Gunnar A Pier

 

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