Energie
Friedlicher Protest am Tagebau Garzweiler

Aktivisten demonstrieren am Tagebau Garzweiler II im Rheinischen Revier gegen die Energiegewinnung aus Braunkohle. Sie errichten Sitzblockaden - aber es bleibt friedlich.

Sonntag, 25.08.2019, 11:42 Uhr aktualisiert: 25.08.2019, 11:52 Uhr
Mitglieder der Aktionsgruppe «Kohle erSetzen!» beim Braunkohletagebau Garzweiler. Foto: Henning Kaiser

Erkelenz/Aachen (dpa) - Klimaaktivisten haben am Tagebau Garzweiler II gegen die Energiegewinnung aus Braunkohle demonstriert und den Betriebsablauf beim Betreiber RWE gestört. Die Sitzblockaden an fünf verschiedenen Stellen wurden von der Polizei am Samstagnachmittag aufgelöst, die etwa 150 Demonstranten weggetragen. «Insgesamt verhielten sich alle Blockierer friedlich», bilanzierte die Polizei am Sonntag.

Im Rahmen des 10. Klimacamps im Rheinischen Revier, das seit dem 15. August läuft und Dienstag endet, hatte die Aktionsgruppe «Kohle Ersetzen» ab dem Samstagmittag Sitzblockaden an mehreren Zufahrten zum Tagebau eingerichtet, unter anderem am Skywalk und der Nord-Süd-Kohlebahn. Mit Slogans wie «Raus aus der Kohle, rein ins Vergnügen» oder «Zwangsumsiedlungen machen krank» demonstrierten die Teilnehmer für das Ende des Braunkohletagebaus und für erneuerbare Energien. An insgesamt drei Standorten im Rheinischen Revier wurden Mahnwachen abgehalten.

Die Polizei griff nach etwa zwei Stunden ein, weil mit den Blockaden der Betrieb gestört wurde. Lastwagen mit Lieferungen mussten nach RWE-Angaben große Umwege fahren. Weil zwei Blockaden auf dem Betriebsgelände eingerichtet wurden, stellte RWE Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs. Zudem ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der Nötigung. Von allen Demonstranten wurden die Personalien aufgenommen. 20 von ihnen, die sich weigerten, wurde zur Identitätsfeststellung vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Vom bislang größten Klimacamp vor zwei Jahren waren Störaktionen Tausender, überwiegend junger Menschen ausgegangen. Im Juni hatte es teils gewalttätige Proteste im Rheinischen Revier mit rund 6000 Aktivisten gegeben. Die Demonstranten waren teilweise in den Tagebau eingedrungen und hatten den Betrieb lahmgelegt. 16 Beamtewurden verletzt.

Münsters Klimabewegung stößt in neue Dimensionen vor
Als Antwort auf die anhaltende Kritik, die Schüler gehörten freitags nicht auf die Straße zum Demonstrieren, sondern auf die Schulbank, und als Aufruf an die Politik hat ein junger Demonstrant seine Rechtfertigung für den Klimastreik auf ein Schild geschrieben.
Nachrichten-Ticker