Kriminalität
Durchsuchungen bei Fahrraddieben: Mann in U-Haft

Der Zufall wollte es, dass die Bande aufflog: Professionelle Fahrraddiebe sollen in Köln teure Räder gestohlen und nach Rumänien gebracht haben. Nun gibt es eine Festnahme.

Mittwoch, 09.10.2019, 16:21 Uhr aktualisiert: 09.10.2019, 16:32 Uhr
Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler

Köln (dpa/lnw) - Ermittlern in Köln und Rumänien ist ein Schlag gegen eine international aktive Bande von mutmaßlichen Fahrraddieben gelungen. Ein Mann sei am Mittwoch vorläufig festgenommen worden und sitze in Untersuchungshaft, gegen mindestens einen weiteren liege ein Haftbefehl vor, sagte ein Sprecher der Polizei. Dieser Verdächtige sei aber noch nicht gefasst. Insgesamt soll die international vernetzte Bande in Köln mindestens 55 hochwertige E-Bikes gestohlen und nach Rumänien geschafft haben. Nach Abschluss der Ermittlungen dürfte diese Zahl aber wohl noch deutlich höher liegen, sagte der Sprecher am Mittwoch. Die Verdächtigen sollen Einzelteile der gestohlenen Räder in der rumänischen Stadt Sercaia wieder zusammengebaut und weiterverkauft haben.

Die Beamten hatten am Mittwoch in Köln und Rumänien parallel mehr als 20 Wohnungen und Kellern durchsucht, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Dabei wurden in Köln neun Räder und rund 20 Reifen gefunden. Außerdem beschlagnahmten die Ermittler vier sogenannte Wildkameras. Solche Kameras, die bei Bewegungen automatisch auslösen und normalerweise zum Schutz vor Wildtieren zum Einsatz kommen, hatte ein Campingplatzbetreiber in Köln aufgestellt, um sich vor Fahrraddieben zu schützen. Die Bande hatte dies jedoch offenbar bemerkt und die Kameras ebenfalls gestohlen, um nicht entdeckt zu werden. In Köln und Rumänien wurden nach Polizeiangaben außerdem dieselben, mutmaßlich aus Köln stammenden Tüten entdeckt, in denen Diebesgut verpackt war.

Aufmerksam geworden waren die Ermittler auf die Bande durch einen Zufallsfund in Bayern vor einigen Monaten: Damals war in einem Transporter auf dem Weg nach Rumänien unter anderem ein Fahrradrahmen gefunden worden, der in Köln als gestohlen gemeldet war. Die Polizei setzte daraufhin eine Ermittlungsgruppe auf die Verdächtigen an. Über Europol nahmen die Kölner Polizisten Kontakt mit rumänischen Kollegen auf und koordinierten die zeitgleichen Durchsuchungen.

Der Fall zeige, dass viele Fahrraddiebstähle auf das Konto von professionell agierenden Tätern gingen, die auch grenzüberschreitend agierten, sagte der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob am Mittwoch. «Das bestätigt mich in meiner Entscheidung, mit Ermittlungsgruppen gegen Fahrraddiebe vorzugehen.» Die bislang tätige «Ermittlungsgruppe Fahrrad» wird jedoch über den Winter aufgelöst und soll erst im Frühjahr wieder tätig werden, da die Fahrraddelikte im Winter erfahrungsgemäß zurückgehen.

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