Kriminalität
Massen-Gentest im Fall Claudia Ruf: 78 Männer fehlen

Grevenbroich (dpa/lnw) - Bei der ersten Phase des Massen-Gentests im Mordfall Claudia Ruf sind 78 Männer nicht zur Abgabe der Speichelprobe erschienen. «Das kann verschiedene gute Gründe haben», sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag in Bonn: Krankheit, Urlaubsreise, berufsbedingte Abwesenheit, Nicht-Erhalten der Einladung. «Wir werden diese Männer nun kontaktieren. Bislang haben wir keinen einzigen Verweigerer.»

Donnerstag, 05.12.2019, 14:27 Uhr aktualisiert: 05.12.2019, 14:42 Uhr
Die Polizei führt einen Speicheltest durch. Foto: Roland Weihrauch

945 von 1023 angeschriebenen Männern waren an den vergangenen beiden Wochenenden freiwillig zum Test erschienen. Die Bonner Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa hatte dies als überwältigendes Ergebnis gewertet.

Zudem seien bereits 350 Bitten an Polizeidienststellen bundesweit versandt worden, von Männern, die zur Tatzeit in Grevenbroich-Hemmerden gewohnt haben, eine Speichelprobe zu nehmen. Erst zum Schluss sollen die Männer kontaktiert werden, die ins Ausland gezogen sind, sowie die Angehörigen der bereits gestorbenen Männer.

Die damals elfjährige Claudia Ruf war 1996 in ihrem Heimatort Hemmerden entführt und sexuell missbraucht worden. Ihre Leiche wurde 70 Kilometer entfernt auf einem Feldweg in Euskirchen bei Bonn gefunden. Die Suche nach dem Mörder war kürzlich wieder aufgerollt worden, weil Profiler neue Ansätze bei dem Fall entdeckt hatten. Dies mündete in den dritten Massen-Gentest in dem Mordfall, bei dem nun die DNA von 1900 Männern überprüft werden soll. Mit Ergebnissen ist in zwei bis drei Monaten zu rechnen.

Nachrichten-Ticker