Archäologie
Niedergermanischer Limes: Anlauf für Weltkulturerbe

Vor 2000 Jahren war der Rhein die Grenze des römischen Imperiums. Zeitweise waren über 30 000 Soldaten an der Außengrenze stationiert. Jetzt soll auch dieser Abschnitt Weltkulturerbe werden. NRW und Rheinland-Pfalz bringen den Antrag mit den Niederlanden auf den Weg.

Sonntag, 05.01.2020, 08:47 Uhr aktualisiert: 05.01.2020, 08:52 Uhr
Übersicht auf das Haus Bürgel. Foto: Marcel Kusch

Bonn (dpa) - Die Grenzanlagen aus römischer Zeit südlich von Bonn bis zum Seebad Katwijk in den Niederlanden sollen für das Unesco-Welterbe vorgeschlagen werden. Am Donnerstag (9. Januar) solle der Antrag auf Aufnahme in die Welterbeliste bei der Kulturorganisation der Vereinten Nationen in Paris übergeben werden, sagte Steve Bödecker, der Limes-Beauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, in Bonn. Offiziell wird der Antrag von den Niederlanden eingereicht. Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben sich angeschlossen. Die drei Länder haben den Antrag seit Jahren vorbereitet.

Der Niedergermanische Limes entspricht auf etwa 400 Kilometern Länge der Außengrenze des Römischen Imperiums in der Zeit von etwa 19 vor Christus bis etwa 430 nach Christus. Da der Rhein damals die Grenze war, heißt er auch der «nasse Limes». Bis zu 30 000 Soldaten hatten die Römer zeitweise überwiegend am westlichen Ufer an dieser Außengrenze stationiert. «Das war ein Schwerpunkt der gesamten römischen Armee», sagte Bödecker. In NRW waren Städte wie Bonn, Köln, Neuss, Xanten, Kalkar oder Kleve wichtige Standorte der Römer.

Der «nasse Limes» verbindet römische Grenzanlagen, die bereits Unesco-Welterbe sind: Das sind der Hadrianswall in Großbritannien und in Deutschland der Obergermanisch-Raetische Limes. Dieser reicht von Bad Breisig in Rheinland-Pfalz südlich von Bonn bis in die Nähe von Regensburg und ist 550 Kilometer lang.

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