Fußball
Deutscher Fußball trauert um Hans Tilkowski

Hans Tilkowski ist tot. Der ehemalige Torhüter von Borussia Dortmund und der deutschen Nationalmannschaft galt als einer der weltbesten Torhüter seiner Zeit. Vor allem das legendäre Wembley-Tor im WM-Finale von 1966 sichert ihm einen Platz in der Fußball-Historie.

Montag, 06.01.2020, 12:39 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 12:52 Uhr
Hans Tilkowski posiert bei einer Ausstellungs-Eröffnung. Foto: Maja Hitij

Dortmund (dpa) - Der deutsche Fußball trauert um Hans Tilkowski. Der einstige Torhüter der deutschen Nationalmannschaft starb am Sonntag im Alter von 84 Jahren nach langer Krankheit, wie sein früherer Club Borussia Dortmund am Montag unter Berufung auf Tilkowskis Familie bestätigte. Sein Name ist eng verknüpft mit dem legendären Wembley-Tor aus dem WM-Finale von 1966. Obwohl der Ball nicht in vollem Umfang die Linie überschritt, entschied der Schweizer Referee Gottfried Dienst auf Tor. Das ebnete den Engländern den Weg zum 4:2-Erfolg über Deutschland und brachte den Keeper des BVB um den größten Erfolg seiner Karriere.

Gleichwohl trug dieser Treffer zum Legenden-Status von Tilkowski bei. Genau wie das «Wunder von Glasgow», bei dem die Dortmunder im Jahr 1966 mit dem 2:1 über den hoch favorisierten FC Liverpool als erstes deutsches Team einen Europapokal gewannen. Zudem wurde Tilkowski, der neben dem Engländer Gordon Banks und dem Russen Lew Jaschin zu den weltbesten Keepern seiner Zeit gehörte, ein Jahr vor dem WM-Finale als erster Torwart in Deutschland zum «Fußballer des Jahres» gewählt.

Der in Dortmund geborene Tilkowski unterschrieb 1955 bei Westfalia Herne seinen ersten Profivertrag. Seine beste Zeit erlebte er beim BVB von 1963 bis 1967. Er bestritt 39 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft. Nach knapp drei weiteren Jahren bei Eintracht Frankfurt beendete er seine Profi-Karriere. Für die deutsche Nationalmannschaft bestritt er 39 Spiele.

Dem Fußball blieb Tilkowski als Trainer erhalten. Von 1970 bis Anfang 1982 coachte er Werder Bremen, den TSV 1860 München, 1. FC Nürnberg, 1. FC Saarbrücken und bei AEK Athen.

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