Prozesse
Vertrauenslehrer wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht

Bonn (dpa/lnw) - Ein früherer Lehrer steht seit Mittwoch wegen sexuellen Missbrauchs einer 14 Jahre alten Schülerin vor dem Bonner Landgericht. Das Kind soll den 57-Jährigen laut Anklage zu Hause aufgesucht haben, als dieser krankgeschrieben gewesen sei. Gleich bei der ersten Begegnung soll der Lehrer die Schülerin umarmt haben. Zudem habe er versucht, sie zu küssen. Die 14-Jährige, die sich wegen Liebeskummers Rat von ihrem Vertrauenslehrer erhofft habe, soll den ersten Übergriff noch abgewehrt haben. Bei weiteren Besuchen der Jugendlichen kam es laut Anklage dann zum Geschlechtsverkehr.

Mittwoch, 08.01.2020, 15:44 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 15:52 Uhr
Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen angebracht. Foto: Oliver Berg

Am ersten Verhandlungstag bestritt der Angeklagte den Missbrauch und verlas fast drei Stunden lang eine 45-seitige Erklärung. Demnach sei der Sex einvernehmlich gewesen, die Initiative sei von dem Mädchen ausgegangen, das seine liebste und beste Schülerin gewesen sei. Bis dahin habe er als Homosexueller ein generelles sexuelles Desinteresse an Frauen gehabt. Wegen der Beziehung zu der Schülerin habe er sich auch vom Schuldienst beurlauben lassen, um «rechtlich auf der sicheren Seite» zu sein, sagte der Angeklagte.

Die Mutter des Mädchens hatte Strafanzeige erstattet, nachdem sie auf dem Smartphone ihrer Tochter Hinweise auf deren Beziehung zu dem Lehrer gefunden hatte.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Pädagogen zudem versuchte Körperverletzung vor. Obwohl er gewusst habe, dass er an einer hochansteckenden Geschlechtskrankheit leide, habe er beim Sex teilweise kein Kondom benutzt. Auch diesen Vorwurf wies der Angeklagte zurück und legte zur Untermauerung vor Gericht ein ärztliches Attest vor.

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