Prozesse
Attacke auf Freund der Tochter: hohe Haftstrafen gefordert

Bonn (dpa/lnw) - Im Bonner Prozess um eine brutale Attacke auf den Freund der Tochter hat die Staatsanwaltschaft für die drei Angeklagten Haftstrafen wegen versuchten Mordes gefordert. Es sei ihnen vollkommen egal gewesen, ob der 19-Jährige an den Folgen der Schläge stirbt, sagte die Staatsanwältin am Donnerstag im Landgericht Bonn. Sie forderte für den angeklagten 45-Jährigen eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren und für seine beiden erwachsenen Söhne Haftstrafen von jeweils elf Jahren.

Donnerstag, 09.01.2020, 15:13 Uhr aktualisiert: 09.01.2020, 15:22 Uhr
Auf einer Richterbank im Landgericht liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck

Das Trio soll in der Nacht zum 20. Juni in Meckenheim den Freund der Tochter durch Schläge mit einem Schraubenschlüssel fast getötet haben. Laut Anklage waren der Vater und seine 26 und 27 Jahre alten Söhne nachts auf die Suche nach der Tochter gegangen, nachdem diese nicht heimgekehrt war. Sie fanden die 17-Jährige zusammen mit ihrem Freund in dessen Auto nahe einem Friedhof.

Daraufhin sollen die aus der Türkei stammenden Angeklagten die Autoscheiben zertrümmert, das Mädchen herausgezerrt und den Freund bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen und getreten haben. Der junge Mann erlitt schwerste Kopfverletzungen und konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden.

Die Verteidigung forderte für den Vater, der die Schläge im Prozess eingeräumt hatte, eine mildere Strafe wegen gefährlicher Körperverletzung. Für die beiden Söhne, die ihre Unschuld beteuert hatten, plädierte die Verteidigung auf Freispruch. Das Bonner Landgericht will an diesem Freitag das Urteil sprechen.

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