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Antrag auf Wolfs-Abschuss: Entscheidung kann dauern

Wesel (dpa/lnw) - Nach dem Antrag eines Schäfers auf den Abschuss einer Wölfin am Niederrhein hat der Kreis Wesel am Donnerstag das Landesumweltamt NRW eingeschaltet. Es soll die bisherigen Schafsrisse fachlich bewerten und eine Stellungnahme abgeben, wie der Kreis am Donnerstag mitteilte. Der Kreis rechnete nicht mit einer kurzfristigen Entscheidung über den Tötungs-Antrag.

Donnerstag, 09.01.2020, 17:27 Uhr aktualisiert: 09.01.2020, 17:42 Uhr
Ein Wolf wird durch ein Fernglas beobachtet. Foto: Carsten Rehder

Ein Schäfer hatte nach Angaben des Kreises den Antrag gestellt, die Wölfin aus der Region Schermbeck mit der Kennung GW954f zu töten. Den Antrag begründete der Schäfer mit der Gefährdung seiner Herde. 18 Schafe, die bei acht Übergriffen getötet oder verletzt wurden, gingen nachweislich auf das Konto der Wölfin. Die Nachweise für zwei Übergriffe im Dezember stehen laut Kreis noch aus.

Noch Ende September hatte das NRW-Umweltministerium erklärt, die umstrittene Wölfin sei kein Problemwolf. Das habe die eingehende Prüfung durch Fachleute von Land und Bund ergeben. Die Experten hatten die Umstände der Schafsrisse durch die Wölfin überprüft und festgestellt, dass die erforderlichen Schutzmaßnahmen durch die Schafhalter nicht optimal umgesetzt seien. Das Tier stehe aber unter besonderer Beobachtung.

Nach der jetzt vom Landesumweltamt erbetenen fachlichen Bewertung werde es in Abstimmung mit dem NRW-Umweltministerium eine rechtliche Bewertung geben und einen Entscheidungsvorschlag, teilte der Kreis Wesel nun mit. Die Entscheidung habe europaweite Relevanz und sei von grundsätzlicher Bedeutung. Andere Medien hatten zuvor berichtet.

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