Kriminalität
Kind aus Bus gefallen: Anklage wegen Körperverletzung

Bonn (dpa/lnw) - Nach dem Sturz eines Mädchens (5) aus einem defekten Fenster eines fahrenden Busses hat die Bonner Staatsanwaltschaft den Busfahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Das teilte eine Gerichtssprecherin am Donnerstag mit. Der 44-jährige Busfahrer hätte - so der Vorwurf der Anklage - die defekte Scheibe genauer untersuchen und eine Sicherung vornehmen müssen. Auch hätte er erkennen können, dass das Gefährt nicht fahrbereit war, so die Staatsanwaltschaft.

Donnerstag, 09.01.2020, 17:47 Uhr aktualisiert: 09.01.2020, 18:02 Uhr
Der Eingang des Amtsgerichts in Bonn. Foto: Oliver Berg

Das Mädchen war im Juli des vergangenen Jahres in einem Bonner Linienbus in einer Rechtskurve gegen die zersplitterte Fensterscheibe gedrückt worden. Sie zerbrach. Die Fünfjährige stürzte heraus und erlitt zahlreiche Riss- und Quetschwunden und kam zwei Tage ins Krankenhaus. Psychisch ist das Mädchen seitdem laut Anklage instabil.

Der Staatsanwaltschaft zufolge war der Busfahrer am Unfalltag mit seinem Fahrzeug bei einem Ausweichmanöver an einer Haltestelle mit einem Baum kollidiert. Dabei sei der Bus im hinteren Bereich beschädigt worden. Die Fensterscheibe sei zwar in sich zersplittert gewesen, schien aber noch fest im Rahmen zu sitzen. Der Busfahrer habe den Bus kontrolliert und den Unfall an die Leitstelle gemeldet. Der Anklage zufolge teilte er auch mit, dass der Bus weiterhin fahrbereit sei.

Der Prozess findet vor dem Bonner Amtsgericht statt. Er ist noch nicht terminiert.

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