Landtag
Kutschaty will nicht für Vorsitz der NRW-SPD kandidieren

Thomas Kutschaty und Sebastian Hartmann gelten als politische Rivalen. Der eine führt die mächtige SPD-Landtagsfraktion, der andere die Landespartei. Nun stellt Kutschaty klar, dass er Parteichef Hartmann nicht herausfordern will.

Freitag, 10.01.2020, 12:41 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 12:52 Uhr
Thomas Kutschaty (SPD), Vorsitzender der SPD-Fraktion und Oppositionsführer im NRW-Landtag, spricht zu den Abgeordneten. Foto: Fabian Strauch

Düsseldorf (dpa/lnw) - SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty will nicht Vorsitzender der nordrhein-westfälischen SPD werden. «Ich beabsichtige nicht, im Mai für den Landesvorsitz zu kandidieren», sagte der 51-Jährige am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Er wolle aber im Frühjahr erneut als Fraktionschef antreten. «Mein Ziel ist es, jetzt erst mal wieder Fraktionsvorsitzender zu werden und in Nordrhein-Westfalen 2022 eine erfolgreiche Landtagswahl zu bestreiten», sagte Kutschaty. Eine Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2022 ließ der ehemalige Landesjustizminister offen.

Die NRW-SPD wählt am 16. Mai bei einem Parteitag in Bochum turnusgemäß eine neue Führung. Seit 2018 ist der Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann (42) Vorsitzender des mitgliederstärksten SPD-Landesverbandes.

Kutschaty war vor zwei Jahren in einer Kampfabstimmung überraschend zum Fraktionschef gewählt worden und ist seitdem Oppositionsführer im Landtag. Der machtbewusste Kutschaty und der in Berlin gut vernetzte Hartmann gelten in der NRW-SPD als politische Rivalen. Kutschaty sagte über Hartmann: «Wir arbeiten gut zusammen.» Zugleich räumte er aber ein: «Es mag am Anfang etwas ruckelig gewirkt haben.» Lange war spekuliert worden, Kutschaty wolle auch nach dem Vorsitz der einflussreichen NRW-SPD greifen.

Nach einer WDR-Umfrage vom November liegt die SPD in NRW in der Wählergunst hinter CDU und Grünen und käme nur noch auf etwa 20 Prozent. SPD und Grüne in NRW waren 2017 abgewählt worden.

Nachrichten-Ticker