Prozesse
Frau muss nach Messerattacke mit Verletzten in Psychiatrie

Wuppertal (dpa/lnw) - Nach einer blutigen Messerattacke mit drei Verletzten bei einem Wuppertaler Sozialdienst hat das Landgericht die Täterin in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Damit endete am Freitag der Prozess gegen die 48-Jährige in Wuppertal.

Freitag, 10.01.2020, 16:25 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 16:32 Uhr
Eine goldfarbene Justitia-Figur. Foto: Britta Pedersen

Die Frau leide an einer wahnhaften Störung und lehne jegliche Therapie ab, befand das Gericht. Sie sei in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden und habe dabei eine posttraumatische Belastungsstörung erlitten.

Zu einem Beratungsgespräch beim Sozialdienst war sie mit Messern und China-Böllern erschienen und hatte sofort auf die Mitarbeiter und ihren Ex-Mann eingestochen. Polizisten, die mit gezogenen Dienstwaffen vor ihr standen, hatte sie zugerufen: «Erschießt mich doch.»

Die Frau habe mit den Behörden und ihrem Ex-Mann ständigen Streit um das gemeinsame Kind geführt. Gerichtsentscheidungen habe sie ignoriert und sich verweigert. Die anderen Beteiligten hätten sich zunehmend Sorgen um das Kind gemacht und einen erweiterten Suizid der psychisch kranken Frau befürchtet.

Schließlich war der Frau das Sorgerecht für die Tochter entzogen worden. Daraufhin habe sie Mitarbeiter von Sozialdienst und Jugendamt mit Anrufen bombardiert und befürchtet, ihre Tochter könnte ebenfalls missbraucht werden, wenn sie als Beschützerin ausgeschaltet werde.

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