Fußball
0:3 und Letzter: Für Fortuna-Trainer Funkel wird es eng

Die deutliche Niederlage in Leverkusen verschärft die Lage bei den Düsseldorfern. Von der Partie am kommenden Samstag in Frankfurt dürfte die Zukunft des Trainers abhängen. Bayer 04 verbesserte seine Chancen im Kampf um die Champions-League-Teilnahme.

Sonntag, 26.01.2020, 20:35 Uhr aktualisiert: 26.01.2020, 21:02 Uhr
Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel vor dem Spiel. Foto: Rolf Vennenbernd

Leverkusen (dpa) - Mit ernster Miene klatschte Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel seine Profis ab, Sportvorstand Lutz Pfannenstiel presste die Lippen fest aufeinander. Nach der fünften Niederlage aus den letzten sechs Partien und dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz nimmt der Druck auf Funkel bei Fußball-Bundesligist Düsseldorf zu.

Nachdem unter der Woche interne Kritik an dem Trainer-Routinier bekannt geworden war, verlor die Fortuna mit 0:3 (0:1) bei Bayer Leverkusen und ist erstmals seit Dezember 2018 wieder Letzter. Als Statement gegen Funkel war die kämpferische Leistung der Fortuna vor 26 250 Zuschauern bei der verdienten Niederlage gewiss nicht zu werten, dennoch dürfte die Partie am Samstag gegen Eintracht Frankfurt für den Coach zum Endspiel werden.

«Es gab und gibt kein Ultimatum», sagte Funkel indes. «Leute, die nicht im operativen Geschäft arbeiten, können kein Ultimatum stellen.» Im operativen Geschäft sind für ihn Mannschaft, Trainerteam und Vorstand, hatte er zuletzt aufgezählt, nicht der Aufsichtsrat. Der 66-Jährige sagte aber auch, dass er «nicht blauäugig», was seine Situation angehe, wenn sich die sportliche Situation verschärft. «Die Moral der Mannschaft war ausgezeichnet», betonte er.

Die Leverkusener starteten mit sechs Punkten aus zwei Spielen ideal aus der Winterpause und verbesserten sich bei der erhofften Aufholjagd auf die Champions-League-Plätze auf Rang fünf. Nationalspieler Kai Havertz (40.), der in der Vorwoche in Paderborn seine viermonatige Torflaute beendet hatte, und Kapitän Lars Bender (79.) schossen die ersten beiden Tore. Lucas Alario verwandelte einen Foulelfmeter zum 3:0 (89.). Matthias Zimmermann hatte den eingewechselten Nadiem Amiri zu Fall gebracht. «Das war nicht das Spiel, das wir uns vorgestellt haben», gestand Lars Bender, der die schlechte Chancenverwertung kritisierte. «Wenn wir unseren Ansprüchen gerecht werden wollen, müssen wir zulegen.»

Gespannt waren viele Beobachter, ob Funkel Oliver Fink (37) und Adam Bodzek (34) wieder aufbieten würde. Das Festhalten an den Routiniers war ihm zuletzt vorgeworfen worden. Fink spielte eine Stunde lang, Bodzek gar nicht - er fiel wegen Adduktorenproblemen aus.

Die Gäste überließen Leverkusen wie vermutet den Ball, ohne sich komplett in der eigenen Hälfte einzuigeln. Dank großer Leidenschaft und Kompaktheit ließ die Fortuna in der ersten Viertelstunde, in der Bayer mit sieben Toren das gefährlichste Team der Liga ist, nur einen Schuss zu.

Nachdem Markus Suttner nach einem Schuss von Karim Bellarabi auf der Linie rettete (27.), wäre die Fortuna plötzlich fast in Führung gegangen: Eine Hereingabe von Suttner verpasste der für Dawid Kownacki ins Team gerutschte Erik Thommy im Fünfmeterraum knapp (30.). Fünf Minuten vor Pause köpfte Havertz dann aber eine Flanke von Bellarabi ein. Und hätte Kevin Volland bei einem Schuss von Jonathan Tah nicht im Weg gestanden (43.), hätte Bayer zur Pause schon 2:0 geführt.

Nach dem Wechsel erhöhte Leverkusen zunächst Dominanz und Druck. Doch der glücklose Kevin Volland (55./61.) sowie der eifrige Moussa Diaby (58.), der mit 35,95 km/h den zweitschnellsten in der Liga gemessenen Sprint hinlegte, vergaben beste Chancen. Funkel wurde nun emotionaler, lief immer wieder zum Spielfeldrand. Und tatsächlich berappelten sich die taumelnden Gäste und hätten durch Rouwen Hennings fast den Ausgleich erzielt (62.). Doch Bayer hatte weiter viele Chancen, eine davon nutzte Lars Bender nach einer Ecke am langen Pfosten.

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