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Im Burbach-Prozess rückt Schlussphase in Sicht

Ein Licht am Ende des Tunnels zeichnet sich ab im XL-Prozess um misshandelte Flüchtlinge in Burbach. Das Landgericht Siegen ist noch mit 20 Angeklagten befasst.

Sonntag, 02.02.2020, 09:44 Uhr aktualisiert: 02.02.2020, 09:52 Uhr

Siegen (dpa/lnw) - Im Mammutprozess um misshandelte Flüchtlinge in einer Notunterkunft in Burbach zeichnet sich nach rund 15 Monaten die Schlussphase ab. Die Befragung aller polizeilichen Zeugen sei abgeschlossen, sagte ein Sprecher des Landgerichts Siegen auf Anfrage. Noch bis April habe man Zeugen aus dem Kreis der Opfer geladen. In 18 Fällen seien bereits Urteile gesprochen worden. Im Hauptverfahren sitzen - ursprünglich gab es 38 Angeklagte - noch 13 Personen auf der Anklagebank. Bei sieben weiteren Angeklagten muss dem Sprecher zufolge in abgetrennten Verfahren separat verhandelt werden.

In der Landesunterkunft im Siegerland sollen Mitarbeiter Geflüchtete über Monate hinweg bis September 2014 in «Problemzimmern» gequält und geschlagen haben. Bisher gab es elf Verurteilungen, zwei Einstellungen und fünf Freisprüche. Auch zwei Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg waren vom ursprünglichen Vorwurf einer Freiheitsberaubung durch Unterlassen freigesprochen worden. Laut Anklage sollen sie gewusst haben sollen, was in den «Problemzimmern» vor sich ging. Aus Mangel an Beweisen waren beide Ende 2019 freigesprochen worden.

Der frühere Heimleiter hatte eine Bewährungsstrafe von 15 Monaten erhalten. Das Verfahren gegen eine Angeklagte, die ihn in der Heimleitung vertreten hatte, war eingestellt worden. Das Hauptverfahren war mehrfach vor allem durch Befangenheitsanträge der Verteidigung verzögert worden. Sollte es in den kommenden Wochen zügig vorangehen, könnten die Plädoyers voraussichtlich im späteren Frühjahr beginnen.

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