Prozesse
Getöteter Koch: Angeklagter kann auf geringere Strafe hoffen

Als 2016 am Rheinufer der Torso einer Leiche gefunden wird, führt die Spur zu einem chinesischen Koch. In einem Streit soll der Mann seinen Kollegen getötet haben. Ein Urteil wegen Totschlags hob der BGH allerdings auf. Nun muss das Landgericht ein neues Strafmaß finden.

Dienstag, 04.02.2020, 14:00 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 14:13 Uhr
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener

Köln (dpa/lnw) - Im Fall um einen getöteten und zerstückelten chinesischen Koch aus Köln verhandelt das Landgericht heute über ein mögliches neues Strafmaß für den mutmaßlichen Täter. Der frühere Kollege des Opfers war im Januar 2019 in erster Instanz zu fünf Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden - wegen Totschlags. Der Bundesgerichtshof (BGH) urteilte in der Revision allerdings, dass sich der Chinese der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gemacht habe. Denkbar sei, dass der Mann sein Opfer nur habe verletzen wollen. Er müsse nicht zwangsläufig auch dessen Tod in Kauf genommen haben.

In erster Instanz hatte der Angeklagte geschwiegen, das Urteil stützte sich auf Indizien. Das Gericht ging damals davon aus, dass der Angeklagte seinen Kollegen im Streit vorsätzlich getötet und anschließend professionell zerteilt hatte - so, «wie er es im Rahmen seiner Kochausbildung gelernt» habe. Die Einzelteile der Leiche tauchten später an zwei unterschiedlichen Orten in Köln auf, wo sie jeweils von Kindern gefunden worden waren.

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