Kriminalität
Drogen im Altpapier: Mutmaßlicher Großdealer vor Gericht

Düsseldorf (dpa/lnw) - Marihuana in geruchsdichten Hundefutterbeuteln, versteckt unter Altpapier: Ein mutmaßlicher Drogen-Großhändler steht seit Mittwoch in Düsseldorf vor dem Landgericht. Bereits drei Monate nach seiner Verhaftung begann am Mittwoch der Prozess gegen den 39-Jährigen. Er soll innerhalb von drei Jahren knapp 80 Kilogramm Marihuana gekauft und weiterverkauft haben. Die Drogen hatten laut Anklage einen Straßenverkaufswert von fast 370 000 Euro.

Mittwoch, 05.02.2020, 18:38 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 18:52 Uhr
Justitia mit Sonne und Taube. Foto: Arne Dedert

Die Ermittler waren auf den Angeklagten vor zwei Jahren durch ein Strafverfahren gegen einen Großdealer in Oberhausen aufmerksam geworden. Dort waren Drogen im großen Stil über Bistros vertrieben worden. Nach monatelanger Observation hatten die Fahnder den 39-Jährigen Ende Oktober bei der Übergabe von zwei Kilogramm Marihuana an einen Abnehmer in Erkrath festgenommen.

Bei der anschließenden Durchsuchung seiner verschiedenen Düsseldorfer Wohnungen und denen seiner Schwester und Mutter wurden weitere knapp fünf Kilogramm Drogen und größere Bargeldsummen gefunden, berichtete ein Rauschgiftfahnder beim Prozessauftakt. Außerdem wurden in zwei Bankschließfächern über 30 000 Euro sichergestellt.

Wie es heißt, hat ein V-Mann der Polizei den Angeklagten schwer belastet. Der V-Mann habe auch schon in anderen Verfahren ausgesagt, erklärte die Staatsanwältin. Der Angeklagte selbst äußerte sich am Mittwoch nicht zum Tatvorwurf. «Er wird einräumen, dass er schuldig ist, aber nicht im Sinne der Anklage», kündigte sein Verteidiger Wolf Bonn an. Für den Prozess sind noch vier weitere Verhandlungstage angesetzt.

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