Polizei
Zu wenige Tankstellen: keine Wasserstoff-Polizeiwagen in NRW

In Berlin werden künftig Wasserstoff-Polizeiwagen getestet. In NRW steht das erstmal nicht an. Hier gibt es schon Erfahrungen damit.

Freitag, 07.02.2020, 07:21 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 07:32 Uhr

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Polizei in NRW will im Gegensatz zu anderen Bundesländern laut Innenministerium zunächst keine Wasserstoff-betriebenen Autos in den Testbetrieb nehmen. Das Modell Toyota Mirai, von dem in Berlin künftig zwei Funkwagen als Pilotprojekt unterwegs sein sollen, sei in NRW bereits 2017 getestet worden. Durchsetzen konnte es sich nicht.

Die Polizei in Berlin hatte vergangene Woche zwei Mirai-Streifenwagen vorgestellt, die zu Kontroll- und Transportfahrten eingesetzt werden sollen. In eine ähnliche Richtung hatte die Polizei in NRW bereits 2017 gedacht: Damals habe der spezielle Antrieb des Wasserstoff-Wagens das Interesse des Landesamts für Zentrale Polizeiliche Dienste geweckt, so eine Sprecherin des Innenministeriums. Die Antriebsart «konnte sich bisher, insbesondere aufgrund des sehr dünnen Tankstellennetzes, aber nicht durchsetzen».

«Um einen wirtschaftlichen Betrieb zu gewährleisten, wäre eine größere Modellvielfalt zu attraktiveren Preisen erforderlich», sagte die Ministeriums-Sprecherin. «Denkbare Nutzungszwecke» wären vor allem Reise- und Transportfahrten. Laut Innenministerium werden zumindest Elektrofahrzeuge bereits bei der nordrhein-westfälischen Polizei eingesetzt: «Auch diese kommen vor allem bei Dienstreisen oder Kurierfahrten zum Einsatz.»

Neben Berlin will auch die Polizei im niedersächsischen Osnabrück künftig einen Wasserstoff-betriebenen Streifenwagen in Betrieb nehmen. Das Modell Hyundai Nexo stößt nach Herstellerangaben keinerlei CO2 aus. Die Polizei lobte bei der Vorstellung des Wagens auch das rasche Auftanken und die «enorme Reichweite». Die Hamburger Polizei hatte im Herbst einen mit Wasserstoff und Strom betriebenen Mercedes GLC F-Cell in Betrieb genommen.

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