Fußball
Keine Sperre für Schalkes Wagner: «Interpretationsirrtum»

Schalkes Trainer David Wagner bleibt nach seiner Roten Karte im DFB-Pokal-Achtelfinale eine Sperre erspart. Das Sportgericht sieht einen «Interpretationsirrtum». Wagner wünscht sich Verbesserungen beim Einsatz des Videoschiedsrichters.

Freitag, 07.02.2020, 13:36 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 13:42 Uhr
Schalkes Trainer Wagner wird nach seiner Roten Karte aus der DFB-Pokal-Partie gegen Hertha BSC nicht gesperrt. Foto: Bernd Thissen

Frankfurt/Main (dpa) - Die Rote Karte für David Wagner im DFB-Pokalspiel am Dienstag gegen Hertha BSC (3:2 n.V.) hat für den Schalker Fußball-Lehrer keine weiteren Konsequenzen. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag mitteilte, wird das Verfahren gegen den 48-Jährigen eingestellt. Damit bleibt ihm eine Sperre erspart. «David Wagner ist kein unsportliches Verhalten vorzuwerfen. Sein Verhalten gegenüber dem unmittelbar zuvor gefoulten und erregten Spieler Jordan Torunarigha war vielmehr von Hilfestellung und beruhigender Fürsorge geprägt. Das hat der Hertha-Spieler in seiner Stellungnahme auch bestätigt», sagte Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts.

Nach einem Foul von Schalkes Omar Mascarell nahe der Seitenlinie war Torunarigha in den Schalke-Coach gerutscht und hatte wütend eine Getränkekiste auf den Boden geworfen. Wagner hatte dem ehemaligen deutschen Junioren-Nationalspieler mit nigerianischen Wurzeln daraufhin beim Aufstehen geholfen.

«Schalkes Trainer hat weder eine Tätlichkeit begangen, noch das ohnehin unterbrochene Spiel schuldhaft verzögert. Die Rote Karte beruht auf einem offensichtlichen Interpretationsirrtum des Schiedsrichters», kommentierte Lorenz. Torunarigha war laut eigener Aussage von Zuschauern zuvor im Stadion rassistisch beleidigt worden.

«Fehler begangen, Fehler erkannt, Fehler korrigiert», kommentierte Wagner die Entscheidung des DFB-Sportgerichts. «Auf der einen Seite bin ich erleichtert, dass die vermeintliche Sperre zurückgenommen wurde. Auf der andere Seite war ich ein bisschen verärgert, wie das überhaupt passieren konnte.»

Der Coach regte eine Diskussion an, «wie wir in Zukunft mit dem Videoschiedsrichter umgehen»: «Wir müssen dahin kommen, dass der Schiedsrichter die Hoheit behält. Da wird viel zu oft eingegriffen. Wir müssen den Einsatz dieser Technologie verbessern, weil wir Gefahr laufen, dass es kontraproduktiv ist. Dadurch verunsichern wir unsere Schiedsrichter.» Wagner war erst nach Intervention des Videoassistenten auf die Tribüne verwiesen worden.

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